06.05.2019  2. Handball-Bundesliga

HC Elbflorenz mit wichtigem Punktgewinn gegen Hüttenberg

Der HC Elbflorenz sicherte sich am 33. Spieltag der 2. Handball-Bundesliga einen Punkt gegen den Erstligaabsteiger TV 05/07 Hüttenberg. In einer insgesamt torarmen Partie ist es besonders für die abstiegsbedrohten Gastgeber ein wichtiger Punktgewinn gegen einen sonst starken Gegner. In der Begegnung 10. gegen 15. konnten sich vor allem die beiden Torhüter auszeichnen, die ein starkes Spiel machten.

15 starke Minuten des HC Elbflorenz reichen für einen Punktgewinn. Über die ersten 45 Minuten der Partie wollen wir natürlich nicht den Mantel des Schweigens decken. Es braucht auch nur ein paar wenige Einblicke. Die ersten 30 Minuten teilen sich so auf: Der HC hatte 5 Minuten Probleme mit der offensiven Abwehr der Gäste und dann 25 Minuten massive Probleme mit TV-Torhüter Nikolai Weber. Der Hüttenberger Trainer Emir Kurtagic sah 45 Minuten eine „überragende Leistung“ seiner Mannschaft. Wenn er im Nachhinein sich das Spiel mit Abstand noch einmal ansieht, wird er wohl eine normale Leistung seiner Mannschaft sehen und das mehr defensiv als offensiv, aber halt etwas mehr als 30 Minuten einen herausragenden Nikolai Weber. Er kaufte dem HC bis zur 33. Minute vier Strafwürfe, zwei Konter sowie zwei freie Bälle vom Kreis ab. Zudem hielt er noch einige Bälle von Außen. 45 Prozent gehaltene Bälle insgesamt sind dann auch mal ein Statement. Auf Dresdner Seite war es zum Haare raufen, Trainer Rico Göde musste sich ansehen, wie die HC-Defensive im Verbund mit Mario Huhnstock gut spielte, man im Angriff aber eine klare Chance nach der anderen liegen ließ. So ging es etwas ernüchternd mit 5:9 in die Pause. Auf Seiten der Gäste mimte Spielmacher Björn Zintel sehr oft den Alleinunterhalter, weil seine sonst so starken Kollegen im TV-Rückraum Ragnar Johannsson und Markus Stegefelt nicht allzu viel gelang. Die Dresdner setzten aber hier mit 12 torlosen Minuten und nur 5 Toren klar die „Angriff-Bestmarke“ in der 1. Halbzeit.

In der 2. Halbzeit sah es lange nach einem Sieg der Gäste aus. Der TV zog kaum einmal das Tempo an und spielte seine Angriffe oft in Ruhe aus. Die Dresdner mühten sich, kamen aber nicht entscheidend in Schlagdistanz. In dieser Phase war es vor allem HC-Rückraumschütze Adrian Kammlodt, welcher einen gewissen Esprit versprühte. Als der TV in der 45. Minute durch Dieudonne Mubenzem bei Zeitspiel zum 11:16 traf, war der HC im Blick auf den Toreabstand keinen Schritt weitergekommen. Allerdings zeigte man sich zumindest im Angriff verbessert. Nachdem Arseniy Buschmann für den HC einen Strafwurf herausgeholt hatte und Tim-Philip Jurgeleit nach vier HC-Fehlwürfen vom Punkt Nicolai Weber überwand, stellten die Dresdner gleichzeitig auf eine offensive Abwehr um. Mit Björn Zintel und Tomas Sklenak wurden die beiden Hüttenberger Spiellenker aus dem Spiel genommen. Das zeigte Wirkung! Die Hüttenberger trafen jetzt fast 11 Minuten nicht und wirkten von Angriff zu Angriff zunehmend verunsichert, auch weil die Dresdner jetzt mit kleinen Unterbrechungen weitertrafen und mit Linksaußen Tim-Philip Jurgeleit an der Strafwurflinie einen Mann ohne Nerven hatten. Ebenso lief Mario Huhnstock im HC-Gehäuse richtig heiß. Als Roman Becvar nach einem „Tänzchen“ mit der TV-Defensive das 16:16 warf, kochte die Halle vollends über. Über 2100 Dresdner Fans waren aus dem Häuschen und machten viel Druck auf den Gegner.  

Der TV hatte es zwischendurch noch einmal mit dem 7. Feldspieler versucht, aber dies erfolglos. Der Gast fing sich nun wieder und legte jeweils vor (16:17, 17:18). Der HC seinerseits bekam zwei Strafwürfe zu gesprochen, die „Stone Cold Jurgeleit“ ohne Nerven verwandelte. Als der nach dem Spiel gefragt wurde, ob er da keinen Druck spürt, auch Blick auf die Vorgeschichte im Spiel, antwortet er: „Nein, egal was war vorher war, ich denke, das Ding mache ich jetzt einfach rein.“ Und an der Art wie er es sagte, ließen dann auch keine Zweifel an seiner Aussage aufkommen. Als der Dresdner Linksaußen traf, waren noch 30 Sekunden zu spielen. Die Gäste nahmen Zeit von der Uhr und 9 Sekunden vor Schluss eine Auszeit, aber auch eine HC-Zeitstrafe 3 Sekunden vor dem Ende brachte den Hüttenberger Markus Stegefelt bei seinem letzten Wurf nicht mehr in eine gute Position und so ging sein Wurf im Endeffekt mit Hilfe der Dresdner Abwehr und Mario Huhnstock am Kasten vorbei. Der Rest war Dresdner Jubel über einen fast nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt.

Fazit: Die Dresdner Fans haben verstanden, denn über 2100 Zuschauer unterstützten ihr Team bravourös. Vor allem im Blick auf die 1. Halbzeit muss man sich aber fragen: Hatten das auch alle auf dem Feld verstanden? Cheftrainer Rico Göde war dann auch nach dem Spiel durchaus angefressen: „Die letzten 15 Minuten habe ich das gesehen, was man im Abstiegskampf braucht. Die 45 Minuten davor waren kein Abstiegskampf. Die 1. Halbzeit würde ich als grausam bezeichnen. Was wir da angeboten haben, war zu wenig. Wir haben viele klare Chancen liegen lassen.“ Mannschaftskapitän Mario Huhnstock sah es ähnlich: „Wir haben einfach in der 1. Halbzeit 10 bis 15 Prozent zu wenig geleistet. Natürlich hatte der TV heute einen sehr sehr guten Torhüter, aber in dieser Anzahl dürfen wir einfach nicht so viele klare Chancen vergeben. Wir hatten heute die Chance auf zwei Punkte und am Ende haben wir einen gewonnen. In den letzten 15 Minuten haben wir gezeigt, was möglich ist.“

Natürlich haben beide absolut Recht. Wir wollen hier mit etwas Positivem abschließen. Der HC gab nie auf und lieferte wieder, als der Druck am größten war. Das tat er nun schon zum wiederholten Male und das ist eine gute Entwicklung im Kampf um den Klassenerhalt. 

Tore: Huhnstock/Halfmann (beide Tor), Jurgeleit (5/4), Emanuel 2, Dierberg 1, Gugisch 1, Buschmann, De Santis, Flödl, Kretschmer 1, Greß 3, Kammlodt 4, Becvar 1, Quade, Pechstein

Quelle: HC Elbflorenz 2006

Foto: Fleischer 

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