08.10.2018  2. Handball-Bundesliga

Vikings müssen nächsten Rückschlag einstecken

Viel vorgenommen hatte sich das Team von Trainer Jörg Bohrmann. Ausgerechnet gegen den Aufstiegsfavoriten ASV Hamm-Westfalen wollten die Rhein Vikings wieder in die Spur zurückfinden. Und es sah zunächst auch nicht schlecht aus.

Vladimir Bozic im Vikings-Tor parierte gleich zu Beginn dreimal hintereinander gegen den sonst so abschlussstarken Griechen Vyron Papadopoulos – vorne netzten Christian Hoße per 7-Meter und Srdjan Predragovic aus dem rechten Rückraum erfolgreich ein. Anschließend fing aber auch Gästetorhüter Oliver Krechel an, seine Klasse zu zeigen. Es wurde zur Halbzeit der Abwehrreihen und bis zur 10. Minute fiel auch nur ein weiteres Tor  – das 2:1 durch den wuchtigen Hammer Kreisläufer Jan Brosch.

Auf ihn war das Angriffsspiel der Westfalen zugeschnitten. Immer wieder wurde er von seinen Rückraumspielern erfolgreich gefunden. Entweder er traf zu einem seiner insgesamt fünf Tore oder die Vikings stoppten ihn auf Kosten eines 7-Meters. Einzig Vladimir Bozic fand an dieser Strategie gefallen, denn der Schlussmann der Wikinger vereitelte drei der vier Strafwürfe in der ersten Hälft. So verlief die Partie ausgeglichen weiter bis zum 9:9 in der 26. Minute. Beide Mannschaften erweckten den Anschein, mit dem Unentschieden einverstanden zu sein. Einer jedoch nicht: Der Hammer Rechtsaußen Lukas Blohme nutzte einen 3-Minuten Kurzschlaf der linken Vikingsseite und brachte den ASV mit drei sehenswerten Toren in Folge auf 9:12 in Front. Dem entgegen setzte sich vor dem Pausenpfiff noch Niklas Weis. Dem Wikinger, dem das schnellere Umschaltspiel sichtbar gut tut, verkürzte noch vor dem Gang in die Kabine auf 10:12.

Links zum Spiel

Halbzeit zwei sollte dann zeigen, warum die Rhein Vikings so weit hinter dem ASV Hamm und auch den eigenen Ansprüchen stehen. Erst sah es noch gut aus. Bis zur 37. Minute kämpften sich die Düsseldorf-Neusser auf 14:14 heran. Anschließend scheiterte man vermehrt am Gästetorwart Oliver Krechel und auch den eigenen Nerven. Einen ganz bitteren Tag erlebten hierbei der junge Moritz Görgen, der zwar in der Abwehr mit zwei blitzsauberen Steals glänzte, aber mit einer miserablen Quote von 0 aus vier Würfen viel Lehrgeld zahlte. Ganz wenig Anlass für Positivmeldungen gaben allerdings Routinier Alexander Oelze mit drei Toren aus zehn Würfen und Srdjan Predragovic mit einem Tor aus sechs Versuchen. Und so kam es dann, dass der ASV Hamm bis zur 42. Minute auf 14:18 erhöhte und die Vikings diesem Rückstand bis zum Schluss hinterher lief. Auch weil der ASV Hamm nun kaum noch technische Fehler machte und die Würfe gegen den bis dahin guten Vladimir Bozic (11 Paraden) nun am Schlussmann vorbei in die Maschen flogen. Über 19:24 (53. Minute) verteidigten die Westfalen ihren Vorsprung auf schlussendlich 22:27.

Stimme zum Spiel

Trainer Jörg Bohrmann: „Wir beginnen das Spiel gut und zeigen, dass wir uns das Spiel über die Außen vorgenommen haben. Vladi hält direkt wichtige Würfe und wir kommen zu unseren Toren. Unsere Abschlussversuche sind dann aber nicht konsequent genug und wir spielen das auch nicht diszipliniert. Das muss ich aber mindestens von meinen erfahrenen Spielern erwarten und werde das auch aktiv einfordern. 26 Fehlwürfe plus zusätzliche technische Fehler sind zu viel. Wir müssen aufhören zu träumen, dass wir doch eigentlich gleich gut sind. Heute hat man gesehen, dass der Unterschied vor allem in der Konstanz liegt. Wir müssen über 60 Minuten alles geben. Dann können wir auch wieder punkten.“

HC Rhein Vikings: Moldrup, Bozic – Gipperich, Hosse (10/7), Pöter (1), Skorupa, Weis (2), Johnen (1), Coric (2), Handschke, Milas (2), Bahn, Predragovic (1), Oelze (3), Görgen

ASV Hamm-Westfalen: Krechel, Storbeck – Blohme (7), Huesmann (5/1), Milde (1), Brosch (5), Fuchs, Raguse (1), Sohmann (3), Schwabe, Lex (2), Gudat, Papadopoulos (3/2), von Boenigk

Schiedsrichter: Sascha Schmidt, Frederic Linker

Zuschauer: 350

Quelle: HC Rhein Vikings

Foto: Haude

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