04.10.2018  2. Handball-Bundesliga

Tom Skroblien (TUSEM Essen): "Wir genießen den Moment"

Tom Skroblien schwebt mit seinem TUSEM Essen momentan auf einer Erfolgswelle. Am Mittwochabend mussten die Essener zwar die Tabellenführung an den HSC 2000 Coburg abgeben, können sie sich an diesem Freitag aber wieder zurückerobern. Im Faninterview der 2. Handball-Bundesliga hat sich Tom euren Fragen gestellt und unter anderem verraten, was es mit seiner Trikotnummer auf sich hat.

Hallo Tom, ihr standet in dieser Saison schon mehrfach an der Tabellenspitze und könnt diese am Freitagabend wieder zurückerobern. Wie lebt es sich denn momentan so?

Tom Skroblien: Hallo an alle! Da muss ich sofort an die gleiche Zeit im letzten Jahr denken, in der wir ganz weit unten standen. Von daher ist es natürlich ein tolles Gefühl und ein Megaerfolg unserer Mannschaft, aber die Saison ist noch jung und es wird nicht einfacher dadurch. Wir genießen natürlich den Moment und wollen weiter auf der Erfolgswelle schwimmen, das heißt aber auch harte Arbeit jedes Einzelnen, des Trainers und des gesamten Teams im und um den Verein.

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Du bist mit dem TUSEM Essen nahezu perfekt aus den Startlöchern gekommen. Habt ihr mit diesem Saisonstart gerechnet?

Tom Skroblien: Wir hatten eine intensive Vorbereitung und ein sehr gutes Auftaktprogramm und haben damit den Grundstein für diesen Start gelegt. Unsere Mannschaft ist in der letzten Saison zu einem starken Team zusammengewachsen und nimmt auch diese Kraft mit in die neue Saison. Unsere drei Neuzugänge passen gut zu uns und sind super integriert. Das System stimmt. Wir hatten zu Beginn der Saison ein gutes Gefühl. Aber wie gesagt, wir wissen, wie wir die aktuelle Situation einzuschätzen haben. Wir nehmen diese positive Stimmung mit in die nächsten Wochen und werden weiterhin von Spiel zu Spiel denken.

Was ist für euch in dieser Saison noch drin?

Tom Skroblien: Wir wissen, dass wir an guten Tagen jeden Gegner in der Liga schlagen können. Dann müssen wir aber auch unser Potenzial vollständig abrufen. Manchmal heißt das auch 120 Prozent zu geben. Diese Kontinuität zu erreichen ist nicht leicht. Ab und zu passt es einfach nicht und dann reichen 90 Prozent nicht aus.

Hat der TUSEM das Zeug dazu, um den Aufstieg mitzuspielen?

Tom Skroblien: Wir hatten einen wirklich guten Start. Unsere Einstellung und Leidenschaft für das Spiel stimmen. Wenn wir mit einer starken Abwehr den Gegnern unser Tempospiel aufdrücken können, machen wir es jeder Mannschaft dieser Liga schwer. Trotzdem sollten wir auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Das letzte Jahr hat uns gezeigt, wie schnell es bergauf und bergab gehen kann.

Mit gerade einmal 25 Jahren bist du schon viel rumgekommen. Du hast beim TBV Lemgo Lippe sogar bereits Erstliga-Luft schnuppern können. Hättest du je damit gerechnet, einmal so hoch Handball spielen zu können? 

Tom Skroblien: Zu Beginn habe ich mir darüber gar keine Gedanken gemacht. Ich hatte viel Spaß im Training, mit den Mannschaften und bei den ersten Turnieren und Ligaspielen. Das Ziel in der Bundesliga zu spielen kam erst später. Als ich 2009 zu den Füchsen nach Berlin wechselte, habe ich jeden Tag hart dafür gearbeitet, um mich immer weiterentwickeln zu können. Alle Stationen meines Sportlerlebens haben mich geprägt, nicht nur sportlich. Auch das ist ein wesentlicher Gewinn, den ich sehr schätze.

Wie bist du überhaupt zum Handball gekommen?

Tom Skroblien: Ich habe früh mit Leichtathletik begonnen und bin dann mit sieben Jahren zum Handball gewechselt. In der Saison 2000/2001 spielte mein Heimatverein Post Schwerin sehr erfolgreich in der 2. Handball-Bundesliga Nord und schaffte den Aufstieg in die 1. Bundesliga. Die Euphorie und persönliche Kontakte zu Spielern haben meine Eltern bewegt, mich dann beim Handballtraining anzumelden. Auch wenn es aufgrund meines Alters noch keine Mannschaft für mich gab, durfte ich mittrainieren und bei Turnieren spielen. Seitdem ist ein Leben ohne Handball nicht denkbar! 

In Berlin und in Lemgo hattest du die Trikotnummer 22. Jetzt in Essen trägst du die 52. Was bedeuten dir die Zahlen und warum der Wechsel?

Tom Skroblien: Die 22 hat sich in der Jugend bei den Füchsen so ergeben und in Lemgo war sie glücklicherweise noch frei. In Essen war die Nummer schon vergeben und so musste ich umplanen. Die 52 habe ich gewählt, da ich ein großer Fan von Clay Matthews, Spieler bei den Green Bay Packers, bin. Er zeichnet sich besonders durch starke Führungsqualitäten aus und ist ein absoluter Teamplayer, auch mit Ecken und Kanten.

Hast du ein bestimmtes Ritual vor einem Spiel?

Tom Skroblien: Ich ziehe mir vor jedem Spiel immer den linken Schuh zuerst an.

Deine Mannschaftskollegen und ehemalige Weggefährten haben sich auch gemeldet. Christoph Theuerkauf möchte zum Beispiel wissen, ob du dich für einen eher guten oder schlechten Pokerspieler hältst? Kannst du uns aufklären?

Tom Skroblien: Ich gewinne auch beim pokern ganz gern. Aber ich muss schon sagen, Theuer ist ein wirklich ernstzunehmender Spieler (zwinkert).

Und wie bekommst du deinen Bart immer so schön hin?

Tom Skroblien: (Lacht) Bürsten, Shampoo, Öl. 

Danke für's Mitmachen beim Faninterview der 2. Handball-Bundesliga.

Bild: Worm

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