27.12.2018  2. Handball-Bundesliga

Großwallstadt überrascht in Ferndorf

Der TV Großwallstadt hat in diesem Jahr Silvester einfach vorverlegt. Schon am 26. Dezember brannten die Schützlinge von Trainer Florian Bauer beim als enorm heimstark geltenden TuS Ferndorf ein wahres Feuerwerk ab und setzten sich nach 60 Spielminuten bemerkenswert souverän mit 26:35 (14:18) durch.

Links zum Spiel

Positiver Nebeneffekt: Noch vor der bis zum zweiten Februarwochenende andauernden Winter- und WM-Pause verlässt der TVG einen der fünf Abstiegsränge. Er verbringt die gut sechs Wochen nämlich als 15. der Tabelle, wobei er aber vor allem den Atem der beiden Verfolger Dessau und Dormagen dicht im Nacken spürt. Beide Vereine kommen derzeit ebenfalls auf 15:25-Punkte.

Nur in der Anfangsphase mussten die mitgereisten Fans befürchten, dass der TVG die erste Partie der Rückrunde mit einer Niederlage beenden würde. Binnen knapp sechs Minuten hatte die Heimmannschaft, die in den zurückliegenden eineinhalb Jahren nur einmal in eigener Halle verloren hatte, nämlich bis auf 3:1 erhöht. Großwallstadt verfiel nun allerdings nicht in Aktionismus, sondern präsentierte sich ziemlich abgeklärt. Daran hatte womöglich auch seinen Anteil, dass diesmal im Vergleich zur Partie in Balingen Jan-Steffen Redwitz, Mario Stark, Tomáš Urban und André Göpfert in der TVG-Startaufstellung standen.

 

Heimtrainer Michael Lerscht hatte jedenfalls nach sechs Minuten wohl nicht damit gerechnet, dass er nach dem doppelten an Zeit sorgenvoll nach der Grünen Karte greifen würde. Der Kontrahent präsentierte sich nämlich vor allem in seiner offensiv agierenden Deckung äußerst aufgeweckte und hatte zudem mit Jan-Steffen Redwitz einen Schlussmann, der in dieser Phase im Minutentakt Chancen zunichtemachte. Seine Vorderleute hatten derweil durch fünf unterschiedliche Torschützen den Spielstand auf 3:7 gedreht. Direkt nach Wiederanpfiff gesellte sich mit Tomáš Urban und dem 3:8 ein Sechster hinzu. „Es gibt Tage, an denen klappt einfach alles, was man sich vorgenommen hat“, freute sich TVG-Trainer Florian Bauer.
Zumal sich seine Mannschaft bis zur Pause die Führung nicht mehr aus der Hand nehmen ließ. Ferndorf verkürzte wiederholt auf zwei Tore Abstand, lag dann aber zur Pause doch wieder 14:18 im Hintertreffen.

„Bei uns hat heute einfach nichts funktioniert“, klagte derweil Heimtrainer Michael Lerscht, „wenn wir dann mal eine Sturm- und Drangphase hatten, bremsten uns Zeitstrafen aus.“ So verkürzte der TuS nach Wiederanwurf zwar auf 16:18, verlor dann aber zwei Spieler auf die Strafbank. Der TVG hingegen verzichtete diesmal auf eine Schwächephase und konnte im zweiten Abschnitt sogar noch zulegen. Vor allem auch ein Verdienst von Mario Stark, der nach überstandener Bänderdehnung nicht zu bremsen war und bei zwölf Versuchen aus dem Feld auf die herausragende Quote von elf Toren kam. Doch wäre es zu kurz gesprungen, nur ihn als Vater des Erfolges anzusehen; insgesamt bot das Team eine starke Leistung.

So wurde es dann doch allmählich in der Halle still. Die heimischen Anhänger hatten sich die Partie gänzlich anders vorgestellt. Zumal der TVG nach Dreivierteln der Spielzeit und einem gefühlvollen Heber vom linken Flügel durch André Göpfert seine Führung fast schon verdoppelt hatte. Es zeichnete sich immer mehr ab, an diesem Tag würde Ferndorf Großwallstadt nicht beikommen können. Letztendlich stand unter dem Strich dann ein deutlicher Neun-Tore-Sieg, der Rückenwind geben sollte.

Weiter geht die Spielzeit allerdings erst wieder am 9. Februar 2019 mit einem Heimspiel gegen Hamm.

TuS Ferndorf – TV Großwallstadt 26:35 (14:18)

TuS Ferndorf: Rottschäfer, Puhl; Faulenbach 3, Bašić 3, Irle, M. Michel 5/3, Neitsch 3, Zerbe 5/3, L. Michel, Barwitzki, Lindskog Andersson 1, Koloper, Müller 3, Rink 3.

TV Großwallstadt: Redwitz, Kuģis; Spatz 6/3, Engels 1, Eisenträger 1, Blank, Erifopoulos, Schnellbacher 1, Urban 5, Corak 2, Stark 11, T. Spieß 3, Keck, Winkler, L. Spieß 4, Göpfert 1.

Zuschauer: 1103 in der Sporthalle Stählerwiese in Kreuztal (ausverkauft).

Schiedsrichter: Schmidt/Linker.  

Siebenmeter: 6/6:3/3.

Zeitstrafen: 10:4 Minuten (Rink dreimal, Lindskog Andersson zweimal – T. Spieß, Göpfert). – Rote Karte: T. Rink (TuS, 60.) nach der dritten Zeitstrafe.

Quelle: TV Großwallstadt

Foto: Burbach

 

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