01.12.2018  2. Handball-Bundesliga

HBW schlägt auch Essen und sichert sich vorübergehend Platz 1

Der HBW Balingen-Weilstetten gewann zum Auftakt des 16. Spieltages in der 2. Handball-Bundesliga zum zweiten Mal in Folge gegen ein Team aus den Top 3 der Tabelle. Beim 36:34 (19:15)-Torfestival über den TuSEM Essen beeindruckten die „Gallier von der Alb“ einmal mehr durch ihren breit aufgestellten Kader und eine geschlossene Mannschaftsleistung und ließen zu keinem Zeitpunkt der Partie Zweifel am Ausgang des Spiels aufkommen. Es war der sechste Liga-Sieg in Folge für den HBW, der sich damit zumindest vorübergehend an die Spitze der Tabelle setzte.

Für die Partie bei einem der bis dato größten Überraschungsteams der Liga konnte HBW-Trainer Jens Bürkle wieder auf den zuletzt angeschlagenen Lukas Saueressig zurückgreifen. Der Rückraumspieler kehrte ebenso wie Rechtsaußen Moritz Strosack aus dem Perspektivteam in den Kader zurück. Neben den beiden Langzeitverletzten Benjamin Meschke und Diogo Oliveira musste allerdings auch Kapitän Martin Strobel kurzfristig passen. Der Spielmacher wärmte sich zwar vor dem Spiel auf, wurde wegen Rückenproblemen aber nicht eingesetzt.
 
Die Gastgeber erwischten zunächst den besseren Start und gingen schnell mit 2:0 und 3:1 in Führung. Die Antwort des HBW ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Drei Paraden von Balingens Torwart Tomáš Mrkva in Folge und eine konsequente Abwehrarbeit sorgten nach sechs Minuten durch einen 3:0-Lauf für die erste Führung der Gäste – 3:4 für den HBW.
 
Das gab der Bürkle-Sieben Auftrieb. Jona Schoch und Lukas Saueressig vertraten Spielmacher Strobel im Kollektiv sehr gut und auch die Abwehr fand immer besser ins Spiel. Ein weiterer 4:1-Lauf für die Schwaben brachte bereits nach 13 Minuten eine komfortable 4:8-Führung und zwang Essen zur ersten Auszeit. 
Diese schien beim 4:9 zunächst nach hinten los zu gehen, doch ein Doppelpack nach 15 Minuten beendete die 7-minütige Torlos-Zeit der Gastgeber. Auf Seiten des HBW waren in dieser Phase jedoch vor allem Kreisläufer Marcel Niemeyer und Linksaußen Oddur Grétarsson die Garanten im Angriff der Gäste. Beide sollten am Ende des Spiels mit jeweils acht Toren auch die besten Torschützen ihres Teams werden. Im Zusammenspiel mit einer weiterhin stabilen Defensive baute der HBW seinen Vorsprung weiter auf sieben Tore aus. Essens Trainer Jaron Siewert sah in der 22. Minute beim Stand von 8:15 aus Sicht der Heimmannschaft keine andere Möglichkeit mehr und legte bereits zum zweiten Mal die grüne Karte auf den Tisch des Schiedsgerichts. 
Bis zum Pausenpfiff fing sich der TuSEM dann ein wenig. Mehrere Zeitstrafen auf beiden Seiten nahmen dem Spiel dazu phasenweise die Dynamik. Mit der Halbzeit-Sirene stellte Essens Tom Skroblien per Siebenmeter den 14:19-Zwischenstand her. 
Mit Beginn der zweiten Hälfte gestaltete sich das Spiel ausgeglichener, Essen konnte den Rückstand zunächst halten. Ein erneuter 4:0-Zwischensprint des HBW ließ die leisen Hoffnungen des Essener Publikums allerdings jäh verstummen und schon in der 39. Minute nahm Essen beim Stand von 17:25 seine dritte und letzte Auszeit der Partie. Doch was die Hausherren auch versuchten, jedes Mal hatten die Gäste eine passende Antwort parat. So kam es, dass Essen in den folgenden Minuten zunächst keinerlei Boden gutmachen konnte. Beim zwischenzeitlichen 23:29 in der 46. Spielminute nahm auch HBW-Trainer Jens Bürkle seine erste Auszeit und verschaffte seiner Mannschaft so eine Verschnaufpause.
Auf Seiten der „Gallier von der Alb“ wurde nun viel durchgewechselt, fast jeder Spieler im Kader bekam nun seine Einsatzzeiten. Folgerichtig ging der Spielfluss der Schwaben dadurch etwas verloren und TuSEM Essen konnte nun den Rückstand schrittweise verkürzen. Allerdings dauerte es zu lange, bis die Gastgeber ins Rollen kamen. Erst in der 53. Minute keimte beim 29:33 und Ballbesitz für Essen nochmal Hoffnung auf, doch TuSEM-Spieler Lukas Firnhaber scheiterte freistehend vor dem HBW-Tor. Im Gegenzug besorgte Marcel Niemeyer das 29:34 und beruhigte so die Gemüter. 
Die Schlussphase gestaltete sich dann ähnlich unterhaltsam wie der bisherige Verlauf der Partie. Zunächst besorgte Balingens Romas Kirveliavicius beim 30:35 die Vorentscheidung, wurde im Gegenzug allerdings nach seiner dritten Zeitstrafe mit der roten Karte vorzeitig zum Duschen geschickt. Der abschließende 4:0-Lauf der Essener
zum Endstand von 34:36 war dann nur noch Ergebniskosmetik. Der HBW fuhr einen am Ende in jeder Hinsicht verdienten Auswärtssieg ein und bestätigte seine aktuell starke Verfassung mit dem sechsten Liga-Sieg in Serie.
 

TuSEM Essen: Sebastian Bliß, Julian Borchert (TW); Tom Skroblien 10/5, David Cyrill, Akakpo 5, Justin Müller 5, Lucas Firnhaber 4, Noah Beyer 2, Luca Witzke 2, Jonas Ellwanger 2, Tim Zechel 2, Felix Klingler 1, Dennis Szczesny 1, Carsten Ridder, Malte Seidel, Niklas Ingenpaß
HBW Balingen-Weilstetten:
Tomáš Mrkva 1, Jonas Baumeister (TW); René Zobel 3, Marcel Niemeyer 8, Romas Kirveliavicius 4, Matthias Flohr, Jannik Hausmann 1, Gregor Thomann 1, Lars Friedrich 5, Tim Nothdurft, Oddur Grétarsson 8/1, Martin Strobel, Jona Schoch 2, Lukas Saueressig 3, Moritz Strosack
 
Strafwürfe: ESSEN 7/5 – HBW 2/1
Zeitstrafen: ESSEN 3 – HBW 7
Besondere Vorkommnisse: Romas Kirveliavicius (HBW) sieht nach der dritten Zeitstrafe die Rote Karte (56.).
 
Foto: Worm

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