09.03.2019  2. Handball-Bundesliga

Samstag in der 2. HBL – Tag der Big Points

Der Kampf um die begehrten ersten zwei Plätze in der Zweiten Handball-Bundesliga nimmt mehr und mehr an Fahrt auf. Am Samstagabend treten die ersten vier Teams der Liga an: Unter anderem empfängt der Tabellenführer Balingen den Drittplatzierten, die HSG Nordhorn-Lingen. Aber auch in der unteren Tabellenhälfte geht es spannend zu: Dormagen, Großwallstadt und Dessau kämpfen um wichtige Punkte im Abstiegskampf. Alle Spiele gibt es wie immer live auf handball-deutschland.tv!

19:00 Uhr: VfL Lübeck-Schwartau – TuS N-Lübbecke

Einen echten Paukenschlag gab es am Freitagmorgen in Lübeck. Trainer Torge Greve wird am Samstag sein letztes Spiel auf der Lübecker Bank absolvieren. Er wechselt mit sofortiger Wirkung zum abstiegsbedrohten Erstligisten VfL Gummersbach. Zwar stand schon seit einigen Monaten fest, dass Greve im Sommer die Hansestadt auf eigenen Wunsch verlassen würde, mit einem so schnellen Abschied hatte jedoch in Lübeck niemand gerechnet. Der Coach selbst ist froh, dass sein alter Arbeitgeber ihm diese Chance ermöglicht: „Das ist sportlich eine große Herausforderung für mich. Ich bekomme die Möglichkeit, einen großen Verein in der DKB Handball-Bundesliga zu trainieren. Ich möchte mich beim VfL Lübeck-Schwartau bedanken, dass mir dieser Schritt so problemlos ermöglicht wird. Besonders dankbar bin ich Michael Friedrichs, der mir damals das Vertrauen gegeben hat und mir jetzt den Wechsel ermöglicht. Ich bin davon überzeugt, dass der VfL die Saison erfolgreich beenden wird.“ Ebenso erfolgreich möchte Greve natürlich seinen Abschied von den Lübecker Fans gestalten.

Zu Gast in der "Hansehölle" ist der TuS N-Lübbecke, der mit 31:17 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz rangiert. Im Hinspiel zwischen den beiden Teams überzeugte der TuS vor allem mit einer stabilen Abwehr, die nur 16 Gegentore zuließ. Der Schlüssel zum Erfolg über den VfL. Verzichten muss TuS-Trainer Aaron Ziercke im heutigen Rückspiel voraussichtlich auf seine beiden Linksaußen. Eine ungewöhnliche Situation, auf die er seine Mannschaft aber bereits in der Trainingswoche eingestellt hat. Genauso wie auf die spielerischen Stärken des VfL: "Die gute Defensive ist bei Schwartau bekannt, darüber hinaus sind sie stark im Konterspiel, sehr eingespielt und glänzen auch oft genug im aufgebauten Angriff“, so Ziercke vor der Partie. Nur der Sieg zählt für die „Roten Teufel“, denn im Falle einer Niederlage würde der VfL aufschließen und ebenfalls mit um die Topplatzeriungen kämpfen.

 

19:00 Uhr: HBW Balingen-Weilstetten – HSG Nordhorn-Lingen

Es ist das Topspiel des Tages! Der Tabellenführer HBW Balingen-Weilstetten empfängt am Samstagabend den Drittplatzierten aus Nordhorn. Vor der Partie trennen die beiden Mannschaften nur vier Punkte – es geht also für beide Mannschaften dreizehn Spieltage vor dem Saisonende schon um viel. 

Einen kleinen Patzer erlaubten sich die Gallier von der Alb bereits am letzten Spieltag. Gegen den TuS Ferndorf reichte es am Ende nur zu einem Remis. Jetzt will der HBW wieder doppelt punkten, um seinen Platz an der Sonne zu festigen und die Konkurrenz auf Abstand zu halten. „Jeder ist sich der Bedeutung des Spieles bewusst“, bekräftigt Coach Jens Bürkle die Wichtigkeit der Partie. Von einer Vorentscheidung im Kampf um den Aufstieg und die Zweitliga-Meisterschaft will er zu diesem Zeitpunkt der Saison aber noch nichts wissen.

Noch richtungsweisender scheint das Duell für die HSG Nordhorn-Lingen zu sein. Mit zwei Punkten befänden sich die Niedersachsen wieder mittendrin im Aufstiegsrennen, im Falle einer Niederlage droht von hinten die geballte Konkurrenz aufzuschließen. Beste Voraussetzungen für ein Spitzenspiel. Für die nötigen Emotionen werden zusätzlich die Anhänger beider Teams sorgen und die Balinger Sparkassen-Arena zu einem Tollhaus verwandeln.

 

 

 

19:00 Uhr: TV Emsdetten – EHV Aue

Ein weiteres Vier-Punkte-Spiel erwartet die Zuschauer in der Ems-Halle. Dort empfängt der heimische TV Emsdetten um 19:00 Uhr den EHV Aue. Doch anders als beim Topspiel des Tages geht es beim TVE darum, sich Luft im Abstiegskampf zu verschaffen. Mit 22:26 Punkten steht die Mannschaft von Trainer Daniel Kubes vor dem 25. Spieltag auf dem zwölften Tabellenplatz. Was sich nach einem sicheren Platz im Mittelfeld des Klassements anhört, ist in der Realität ein Rang mitten im Kampf um den Ligaverbleib. Derzeit trennen den TVE nur fünf Punkte vom ersten Abstiegsplatz. Das Brisante am Duell mit dem EHV: Selbiges gilt für die Mannschaft aus dem Erzgebirge, die punktgleich nur einen Platz vor Emsdetten rangiert. Folglich distanziert sich der Sieger des Duells von den Abstiegsrängen, während der Verlierer noch einmal mittenrein in den Abstiegsstrudel geraten könnte. 

So knapp wie der aktuelle Tabellenstand ist, ging auch das Hinspiel zwischen den beiden Mannschaften aus. Mit 33:32 entschied der TVE damals die Partie. Alles offen zwischen Emsdetten und Aue – die bessere Tagesform könnte wieder einmal in dieser so ausgeglichenen Liga zum entscheidenden Faktor werden.

19:30 Uhr: HSC 2000 Coburg – TV 05/07 Hüttenberg

Noch steht der HSC Coburg da, wo er sich auch am Ende der Saison gerne wiederfinden würde – nämlich auf dem zweiten Tabellenplatz, der zum Aufstieg in die DKB Handball-Bundesliga berechtigt. Doch an den letzten beiden Spieltagen leisteten sich die Coburger ungekannte Schwächephasen, die sie beinahe die Siege gekostet hätten. Nach Abpfiff reichte es dann aber doch zu einem knappen 26:25-Sieg gegen den EHV Aue und einem klaren 27:21-Erfolg gegen den Aufsteiger aus Dormagen. Trotzdem fand HSC-Rechtsaußen Florian Billek nach den Leistungen seines Teams klare Worte und mahnte zur Vorsicht: „Es kann nicht sein, dass wir jedes Mal eine Viertelstunde verschlafen. Wenn wir dort oben bleiben wollen, brauchen wir nicht 30 oder 40 Minuten gute Leistung in einem Spiel, dann brauchen wir die über 60 Minuten. Das müssen wir uns hinter die Ohren schreiben.“ 

Am Samstagabend gibt es die nächste Chance auf 60 konstant gute Minuten für den HSC. Der TV Hüttenberg ist in Coburg zu Gast. Der Erstliga-Absteiger hat sich nach seinem schwachem Saisonstart mittlerweile gefangen und steht mit ausgeglichenem Punktekonto auf einem soliden zehnten Tabellenplatz. So können die Hessen beruhigt die Weichen für die Zukunft stellen. Nachdem schon Christian Rompf vor zwei Wochen seinen Vertrag beim TVH verlängert hat, vermeldete der Verein in dieser Woche auch den Verbleib von Rechtsaußen Tobias Hahn. Lediglich TVH-Urgestein Daniel Wernig wird den Verein nach sieben Jahren in noch unbekannte Richtung verlassen.

Eine weitere Personalie wird am Samstag besonders im Rampenlicht stehen, denn das Duell der beiden Klubs wird vor allem für einen Mann ein Emotionales. Jan Gorr trainierte über sieben Jahre lang den TV Hüttenberg: "Das wird auch immer besonders bleiben. Es ist mein Heimatverein, da treffe ich auf viele alte Bekannte“, freut sich der jetzige Coburger Trainer auf die Partie gegen seinen Ex-Klub. Für die kommende Aufgabe kann er endlich wieder auf seinen kompletten Kader zurückgreifen.

 

 

19:30 Uhr: TV Großwallstadt – TSV Bayer Dormagen

Das Duell der Aufsteiger mit einer Menge Brisanz! Zur Ausgangslage: Die Gastgeber aus Großwallstadt stehen vor der Partie gegen Bayer Dormagen auf dem achtzehnten Tabellenplatz und haben drei Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Den hat im Moment ausgerechnet Bayer Dormagen inne. „Wir wissen alle, um was es geht und wir dürfen keins von den wichtigen Spielen mehr abgeben. Wir müssen, wie gegen Hamm, Rimpar und Nordhorn die gleiche Leidenschaft, den gleichen Kampf  zeigen“, fordert TVG-Trainer Florian Bauer vollen Einsatz und Kampf von seinen Männern.

In Dormagen setzte man zuletzt noch deutlichere Zeichen im Kampf um den Klassenerhalt. Mitte Januar musste Ulli Kriebel sein Traineramt abgeben. Neu auf der Kommandobrücke ist Dusko Bilanovic. „Wir stecken mitten im Abstiegskampf. Die direkten Duelle müssen gewonnen werden. Wir wollen unbedingt die Klasse halten, sind eine Adresse im Handball geworden und haben den Anspruch 2. Liga“, begründet Dormagens sportlicher Leiter Joachim Kurth die Entscheidung. Im Hinspiel boten beide Mannschaften ihren Fans schon einen echten Krimi. Dormagen holte in den letzten Minuten noch einen Drei-Tore-Rückstand auf und erkämpfte sich zwei Sekunden vor Schluss durch einen Treffer von Lukas Stutzke das Unentschieden. Ob es im Großwallstädter Elsenfeld am Samstagabend wieder so spannend zugeht, zeigt sich ab 19:00 Uhr – wie immer auch live auf handball-deutschland.tv.

19:30 Uhr: TuS Ferndorf – Dessau-Rosslauer HV 06

Als letzte Partie des Abends wird das Duell zwischen dem TuS Ferndorf und dem Dessau-Rosslauer HV angepfiffen. Ein Spiel, in dem sich die beiden Trainer die Favoritenrolle gerne gegenseitig zuschieben möchten: „Der TuS Ferndorf zählt wohl zu den positiven Überraschungen in der Liga. Wobei für mich ist es nicht direkt eine Überraschung, denn sie haben nach dem Abstieg klug gehandelt. Sie verstärkten sich gezielt und sind sehr eingespielt in die Saison gegangen. Dass sie natürlich so eine starke Saison spielen, ist schon erstaunlich. Ferndorf hat eine bärenstarke Defensive. Sie spielen in der Abwehr sehr kompakt und sind eingespielt mit guten Torhütern dahinter. Daraus versuchen sie einfache Tore zu erzielen. Außerdem haben sie ein sehr durchdachtes Angriffsspiel mit vielen individuellen Handlungen und einem guten Zusammenspiel mit den Kreisläufern. Das wird für uns eine richtig schwierige Aufgabe“, zollt Dessaus Trainer Uwe Jungandreas der Arbeit des Gegners großen Respekt. 

Nicht weniger voll des Lobes über den Konkurrenten ist Ferndorfs Trainer Michael Lerscht: „Mit dem DRHV 06 reist eine kämpferisch starke Mannschaft an, die uns alles abverlangen wird und alles versuchen wird, die Stählerwiese als Sieger zu verlassen.” Der Blick auf die Tabelle kann den Übungsleiter entspannt auf die Partie blicken lassen. Mit 30:18 Punkten steht der TuS auf dem siebten Platz.  Am Samstag muss Trainer Lerscht allerdings einige personelle Ausfälle kompensieren. Dabei baut er vor allem auf den Teamgeist: „Wir müssen unser Spiel durchsetzen und versuchen, die Stärken des Gegners zu neutralisieren. Für uns ist die Deckung inklusive der Torhüterleistung eminent wichtig. Wir wollen, egal wie, egal in welcher Situation oder Konstellation die Punkte in der Stählerwiese behalten – mit allen erlaubten Mitteln. Dafür werden wir alles investieren.” Eine Kampfansage an den DRHV und ein Heißmacher für alle Fans, die sich dieses Spiel nicht entgehen lassen wollen.

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Foto: Moschkon

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