06.12.2018  DKB Handball-Bundesliga

Magdeburger Michael Damgaad: "Mir fehlen zur ersten Hälfte die Worte"

18:8 - So manch einer hat sich bei diesem Halbzeitstand die Augen gerieben. Der SC Magdeburg zunächst chancenlos gegen übermächtige Löwen. Am Ende erspielten sich die Gäste aber noch ein anderes Endergebnis. Wir haben bei den Experten nachgefragt, was in diesem Spiel los war:

Bennet Wiegert (Trainer SC Magdeburg) ...
... zum Spiel: „Wir sind von Anfang an nicht in unser Spiel gekommen. Wir haben zu viele Fehlwürfe gehabt und das lädt die Löwen zu Gegenstößen ein. Sie haben das gnadenlos ausgenutzt und das Ergebnis ist daher noch ein Geschenk für uns. Da wartet jetzt jede Menge Arbeit auf uns. Es ist besser, diese Fehler intern zu besprechen, denn jetzt sind viele Emotionen dabei und das würde zu weit gehen. Man muss sich der Phase jetzt stellen und die zweiwöchige Pause nutzen, um das Selbstvertrauen, was wir uns am Anfang der Saison aufgebaut haben, mit harter Arbeit zurückzuerlangen.“
... über die vergangenen Niederlagen und die Meisterschaft (vor dem Spiel): „Es ist interessant zu beobachten wie wir damit arbeiten und Stärke aus den Niederlagen ziehen. Wir müssen die Ruhe bewahren und die Basis vom Saisonanfang wieder abrufen. Daran arbeiten wir gerade. Ich empfinde es heute nicht als Druck, denn die Saison ist nicht jetzt zu Ende, sondern erst Anfang Juni. Wir sind zwar nicht so breit aufgestellt wie die anderen Meisterschafts-Kandidaten, aber wir sind dennoch weiter kampfbereit.“

Michael Damgaard (SC Magdeburg) ...
... zum Spiel: „Mir fehlen zur ersten Hälfte die Worte. Wir haben viel verworfen, da war ich nicht der Einzige. Die Unsicherheit der letzten Tage nach den Niederlagen gegen Porto und Göppingen, war vielleicht zu groß. Ich hatte das Gefühl, dass die Einstellung und der Wille da waren. Aber vor allem hier in dieser Halle wurden die Löwen nach vorne gepeitscht. Wir müssen jetzt alle gemeinsam zusammenstehen. Wenn wir jetzt jedes Spiel gewinnen, werden wir vielleicht noch Meister.“

Nikolaj Jacobsen (Trainer Rhein-Neckar Löwen) ...
... über das Meisterschaftsrennen (vor dem Spiel): „Wenn wir verlieren, wird es schwierig. Das müssen wir eingestehen. Aber alles kann passieren im Sport. Wir müssen zu alter Stärke zurückkommen und unser schnelles Spiel wieder aufziehen. Wir brauchen die schnellen und einfachen Tore, die uns in einigen Spielen gefehlt haben und deshalb stehen wir momentan da, wo wir sind.“

Andreas Palicka (Torhüter Rhein-Neckar Löwen) ...
… zum Spiel: „Natürlich wollten wir nach der ersten Hälfte auch die zweite Halbzeit gewinnen. Das haben wir allerdings nicht hinbekommen. Ich bin nicht enttäuscht, weil wir heute in der ersten Hälfte die beste Leistung in der Saison gespielt haben. Man hat eine Ruhe im Körper, wenn man viele Tore verhindert. Es kommt nicht so oft vor, aber heute habe ich viel Selbstvertrauen getankt. Die Saison ist noch lang, deswegen ist in der Meisterschaft noch alles möglich. Wir denken aber von Spiel zu Spiel und werden sehen, was dabei herum kommen wird.“

Sky Experte Stefan Kretzschmar ...
... zum Spiel: „ Die Löwen haben eine gute erste Hälfte gespielt und in der zweiten Halbzeit den Schongang eingelegt hat. Magdeburg hat allerdings in der zweiten Hälfte dann auch gut verteidigt. Insgesamt haben die Löwen heute verdient gewonnen. Bei Magdeburg fällt es derzeit jedem Spieler schwer, das Selbstvertrauen zurückzugewinnen. Die Ausfälle kommen dann auch noch dazu und das kann man in Magdeburg nicht Eins zu Eins kompensieren. Man muss auch sagen, dass man zu beginn acht Hundertprozentige nicht erzielt hat, da war das Spiel schon nach der ersten Halbzeit gelaufen.“
... über Andy Schmid und das Meisterschaftsrennen (vor dem Spiel): „Die Löwen sind extrem abhängig von Andy Schmid und momentan stockt dieser Motor. Er hat derzeit nicht mehr diese Dynamik, die er sonst immer gezeigt hat. Die Löwen wären gut beraten, wenn sie als Team dynamischer spielen. Heute herrscht maximaler Druck auf beiden Teams, denn beide wissen, worum es geht. Die Magdeburger spielen eine geniale Saison und können sich dies innerhalb von einer Woche verspielen. Aber das ist Handball und dieses Spiel kann man nur souverän spielen, wenn alle Spieler fit sind und das ist derzeit das Problem vom SC Magdeburg.“
... über Steffen Fäth (vor dem Spiel): „Die Nominierung zur WM ist davon abhängig, wie Steffen Fäth performt. Er möchte natürlich Weltmeister werden, aber dazu müsste eine deutliche Steigerung erfolgen, damit er der Nationalmannschaft hilft und dafür muss er mehr Spielzeit bekommen.“

Foto: Binder

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