12.10.2018  DKB Handball-Bundesliga

Bergischer HC bleibt on fire

Fünf Heimspiele, fünf Siege, 14:4-Punkte - Der Bergische HC setzt gegen den SC DHfK Leipzig seinen Traumstart in der DKB Handball-Bundesliga fort. Mit 27:23 gewinnen die Löwen ihr erstes Heimspiel in der Unihalle und feiern gegen die Ostdeutschen Premiere. In der Elite-Liga war es der erste Sieg über die Leipziger überhaupt.

Bereits der Start war bombastisch. Gleich den ersten Leipziger Abschluss parierte Christopher Rudeck, Csaba Szücs besorgte das 1:0 auf der anderen Seite. Nachdem die Gäste gegen die BHC-Deckung auch in den nächsten beiden Angriffen überhaupt kein Mittel gefunden hatten und Jeffrey Boomhouwer per Gegenstoß erhöht hatte, nahm Gäste-Coach André Haber seine erste Auszeit.

Es verging noch eine Weile, bevor die Hausherren beim 3:1-Zwischenstand zum ersten Mal im Positionsangriff agieren mussten. In dem lief es nicht ganz so reibungslos wie beim Tempospiel, das die Mannschaft in der ersten Hälfte über weite Strecken durchdrücken konnte. Linus Arnesson setzte sich ein paar Mal eindrucksvoll durch, aber auch Max Darj wurde am Kreis in Szene gesetzt. Die größte Stärke blieb allerdings die Deckung, in der Szücs nicht nur im Zentrum agierte, sondern auch aus der zweiten Welle immer wieder erfolgreich nach vorne spielte.

Bitter war die rote Karte gegen Leos Petrovsky. Der Tscheche war gerade erst eingewechselt worden, pflückte dann Niclas Pieczkowski beim letzten Verzweiflungswurf in doppelter Unterzahl aus der Luft. Der Feldverweis brachte die Gäste auf 7:9 heran. Zur Pause hätten die Löwen trotzdem höher als mit 14:12 führen können. Das Leipziger Angriffsspiel blieb zerfahren, und der BHC lag schon 14:10 vorne, ehe die Kugel vorne zwei Mal verloren ging und die Führung auf 14:12 schmolz.

Links zum Spiel

Es trug zur Beruhigung bei, dass Jeffrey Boomhouwer gleich den ersten Angriff von Linksaußen im Netz unterbrachte und Christopher Rudeck seine gute Leistung mit einer weiteren wichtigen Parade fortsetzte. Symptomatisch für die Partie war der erste Leizpiger Treffer nach der Pause zum 13:16. Maximilian Janke traf, aber die Löwen spielten blitzschnell nach vorne und trafen durch Arnor Gunnarsson, bevor sich die Ostdeutschen neu sortieren konnten. Linus Arnesson stellte in der Folge sogar auf 18:13.

Die Weichen waren damit gestellt in Richtung des ersten Bundesliga-Siegs der Löwen über den SC DHfK. Aber gemütlich wurde es für die Bergischen nicht. Boomhouwer vergab, und das gut aufgelegte Publikum in der Unihalle geriet mehr und mehr in Wallung, weil die kleinen Entscheidungen nun auch oft gegen die Löwen gepfiffen wurden. Beim 18:16 nahm BHC-Trainer Sebastian Hinze eine Auszeit. Gunnarsson verwertete den nächsten Angriff, und Rudeck hielt ein Mal mehr frei und riskierte bei der anschließenden Balleroberung Kopf und Kragen. Der Keeper blieb Sieger. 

Die Partie blieb dramatisch, und vorne mühte sich der BHC nun oft, zum Abschluss zu kommen. Kristian Nippes traf per Schlagwurf, Linus Arnesson nutzte zwei Mal seine individuelle Qualität beim Sprungwurf, aber Leipzig blieb dran. Mit der Einwechslung von Lukas Stutzke im Rückraum und Deckungzentrum überraschte Hinze, aber vorne fanden die Löwen in dieser Phase weiterhin kaum Mittel. Niclas Pieczkowski verkürzte für die Gäste auf 21:22. 

Wurde der BHC nun nervös? Zumindest nicht Arnesson, der unbeeindruckt wieder auf zwei Tore Unterschied stellte. Der heiß gelaufene Rudeck (knapp 44 Prozent Fanquote) hielt, Gunnarsson erhöhte auf 24:21, Rudeck parierte wieder. Das sollte doch jetzt reichen - und so war es auch. Am Ende wurde es die Linus-Arnesson-Show. Bei seinem neunten und letzten Treffer riss der Schwede die Arme in Euphorie nach oben - eine seltene Gefühlsregung des kühlen Spielmachers.

Stimmen zum Spiel

Andre Haber: „Herzlichen Glückwunsch zum verdienten Sieg. Außer beim 0:0 stand es nie Unentschieden, so dass wir verdient verloren haben. Ein Mal waren wir noch dran in der zweiten Halbzeit. Da hatten wir unsere Deckung stabilisiert und den Gegenstoß des BHC besser im Griff. Aber in der ersten Halbzeit ist uns das gar nicht gelungen. Das war zu wenig, so dass uns der BHC enteilt ist. “

Sebastian Hinze: „Es war ein sehr gutes Spiel meiner Jungs. Wir haben eine überragende Abwehr gespielt und den Gegner nicht in die Nahdistanz kommen lassen. Das ist die große Stärke von Christopher Rudeck, der es mit seinen Paraden auch gezeigt hat. Wir haben unheimlich stark im Innenblock gearbeitet, das Tempospiel war stark. Wir hätten uns in der ersten Halbzeit sogar noch mehr belohnen können. In der zweiten Halbzeit decken wir so weiter, müssen dann aber gegen die starke Leipziger Deckung anrennen. Als wir vorne ein einfaches Tor benötigt haben, war Linus (Arnesson) dann da und hat die Dinger reingeknallt. Denn wir wurden dann doch etwas müde, haben die Zweikämpfe nicht gewonnen. Ich glaube, es war eine der besten Abwehrleistungen, die wir jemals zu Hause gesehen haben.“

Jörg Föste: „Man kann es kurz fassen. Die Stimmung heute war großartig gegen einen sehr starken Gegner, dem man über gewisse Strecken Unsicherheit anmerken konnte. Das wird in der Bundesliga genutzt. Wir haben jetzt diesen Lauf und genießen ihn, wollen aber aus Respekt vor dem Gegner nicht in Jubelarien verfallen.“

Statistiken zum Spiel

Bergischer HC 06: Rudeck, Rutschmann - Bettin, Darj (2), Petrovsky, Gunnarsson (6), Nippes (1), Majdzinski (2), Baena Gonzalez, Fraatz, Babak, Szücs (3), Arnesson (9), Boomhouwer (4), Stutzke, Criciotoiu

SC DHfK Leipzig: Villadsen, Putera - Semper (3), Wiesmach, Jurdzs (1), Krzikalla, Binder (3), Jahnke (8), Pieczkowski (1), Roscheck, Weber, Remke, Gebala (1), Milosevic (3), Santos (3/3)

Quelle: Bergischer HC 06

Foto: Justen

Socialstream

Fanshop