27.12.2018  DKB Handball-Bundesliga

BHC kämpft sich gegen Hannover zum Sieg

Ein letztes Mal zittern müssen die Bergischen Löwen vier Minuten vor Schluss. Veit Mävers hat beim Siebenmeter die große Chance, die TSV Hannover-Burgdorf auf 22:23 heranzubringen. Doch Bastian Rutschmann hält und sorgt damit für den letzten Energieschub, der durch den euphorischen Ausbruch der Zuschauer in der Unihalle generiert wird. Dem BHC gelingt im Weihnachtsspiel ein 25:22 (14:13)-Erfolg und überwintert mit 21:17-Punkten in der DKB Handball-Bundesliga.

In der ersten Halbzeit lief es defensiv noch nicht wie am Schnürchen für die Löwen. Gerade Kai Häfner setzte sich immer wieder erfolgreich durch. In den ersten Minuten waren die Hannoveraner sogar auf der Siegerstraße, weil die Bergischen im Angriff ihre Chancen nicht verwerteten. Dieses Problem löste die Mannschaft schnell, so dass sich das Blatt wendete. Davon zogen die Hausherren in der stimmungvollen Unihalle aber nicht. Denn in Überzahl machten die Löwen Fehler, und auch bei möglichen Gegenstößen gaben sie den Ball recht leichtfertig verloren.

Der 14:13-Vorsprung zur Pause deutete das Potenzial, das die Partie aus BHC-Sicht hatte, jedoch gut an. Im Deckungszentrum agierten Max Darj und Leos Petrovsky erneut herausragend, doch auf den Halbpositionen lief es in der zweiten Hälfte mit Kristian Nippes und Linus Arnesson noch etwas besser. Letzterer deckte auf der Seite von Kai Häfner, der bei Hannover für die Tore zuständig war. In der zweiten Halbzeit kam der Rückraumspieler kaum noch zum Zuge. Insgesamt taten sich die Recken sehr schwer, im Positionsangriff zu gefährlichen Einschussgelegenheiten zu kommen. Erst die Umstellung auf den siebten Feldspieler brachte größeren Erfolg.

Bis dahin hatten sich die Bergischen aber schon ein gutes Polster erarbeitet. Jeffrey Boomhouwer blieb von der Siebenmeter-Linie bei fünf Versuchen eiskalt. Und Max Darj zeigte mit vier Treffern und einer sehr hohen Effizienz auch offensiv ein hervorragendes Saisonspiel.

Entscheidend waren vor allem zwei Situationen. Als die Löwen 19:17 vorne lagen, flog mit Milan Kotrc ein zweiter Spieler vom Feld. Zuvor hatte Jeffrey Boomhouwer bereits eine Zeitstrafe kassiert. Die doppelte Überzahl brachte den Gästen die große Chance, zurück ins Spiel zu finden. Zwei Mal schloss Hannover aus gutem Winkel von außen ab, zwei Mal blieb Torhüter Christoph Rudeck Sieger. Nicht nur versetzte dies der TSV einen enormen Dämpfer, es beflügelte den BHC unheimlich. Schließlich brach es aus den 2982 Zuschauern in der Unihalle heraus wie aus einem Vulkan. Noch während der Stimmungsentladung bekamen die Gastgeber einen Siebenmeter, den der wieder hereingekommene Boomhouwer zum 20:17 versenkte.

Entschieden war die Partie noch nicht. Noch ein Mal kamen die Hannoveraner dank der Umstellung auf den siebten Feldspieler auf 21:23 heran. Beim Siebenmeter schlug die Stunde von Bastian Rutschmann. Auf der anderen Seite versenkte Tomas Babak zum 24:21 - ein Vorsprung, den sich die Löwen nicht mehr nehmen ließen.

Die letzten Minuten waren zum Genießen. Die Fans feierten am 2. Weihnachtstag ihre Mannschaft mit stehenden Ovationen. Mit 21:17-Punkten geht es in die Winterpause.

Stimmen zum Spiel

Carlos Ortega (Trainer Hannover): "Die Defensive war auf beiden Seiten gut, aber wir haben zu häufig nicht getroffen, wenn wir einen guten Schuss hatten. Ein wichtiger Moment war, als wir zu sechst gegen vier zwei frei Chancen in Folge vergeben haben. Mit dem siebten Feldspieler hat es besser geklappt, aber es hat am Schluss trotzdem nicht gereicht."

Sebastian Hinze (Trainer BHC): "Ich bin sehr zufrieden. Wir haben zwei gute Abwehrreihen gesehen die beim Spiel 'Sechs gegen Sechs' übrzeugt haben. In der Halbzeit hatte ich das Gefühl, es läuft offensiv, aber wir müssen in der Abwehr noch was drauf legen. Das haben wir geschafft und im Angriff sehr clever und geduldig gespielt. Ein großes Lob dafür. Die Mannschaft hat immer erkannt, wo Hannover gerade angreifbar ist. Und nach zehn Minuten in der zweiten Halbzeit hatten wir auch ein kleines Torwart-Plus. Der Sieg geht in Ordnung."

Jörg Föste (Manager BHC): "Der Schlüssel zum Erfolg war die zweite Halbzeit. Wir haben nur neun Gegentore gegen einen Kontrahenten kassiert, der durchaus zum Feinsten der Liga gehört. Insgesamt neigen wir stets zur Zurückhaltung, aber wir haben gerade das letzte Spiel des Jahres gesehen. Deshalb ganz ohne Euphorie: Es war das beste Jahr seit Bestehen des BHC. Wir haben die 2. Liga dominiert und in 19 Spielen dieser Runde über weite Strecken außerordentliche Leistungen geboten. Wir haben uns nicht von hochrangigen Ausfällen zurückwerfen lassen und können sehr stolz auf das Erreichte sein."

Quelle: BHC

Foto: Deutzmann

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