06.12.2018  DKB Handball-Bundesliga

Löwen gegen SCM: Wer läuft wem hinterher?

Es ist das Top-Spiel des 16. Spieltages in der DKB Handball-Bundesliga: Am Donnerstag um 19 Uhr treffen in der Mannheimer SAP Arena die Rhein-Neckar Löwen mit dem SC Magdeburg zusammen. Wer an der Tabellenspitze mit den nach wie vor ungeschlagenen Flensburgern (30:0 Punkte) und den superstarken Kielern (28:4) dranbleiben will, sollte sich am Nikolausabend die Punkte schnappen. Die Löwen stehen mit 23:5 Punkten auf dem vierten, die Magdeburger mit einer Bilanz von 26:6 auf dem dritten Rang. 

„Wir wollen natürlich punkten. Alleine schon deshalb, weil wir zuhause spielen“, sagt Oliver Roggisch. Der Sportliche Leiter der Rhein-Neckar Löwen ist ansonsten wie immer bemüht, die Bedeutung einzelner Spiele – im Gegensatz zur öffentlichen Wahrnehmung – realistisch einzuordnen. „Die Saison ist noch ewig lang, die aktuelle Tabelle eine Momentaufnahme“, erklärt der erfahrene Teammanager. Nichtsdestotrotz seien zwei Punkte am Donnerstag das klare Ziel. „Weniger wegen der Tabelle und mehr deshalb, weil wir diesen Sieg jetzt zuhause brauchen, um den Dezember erfolgreich angehen zu können.“

Schaut man sich den SCM der Spielzeit 2018/19 an, könnte es kaum einen schwereren Gegner für die Löwen geben. „Sie haben einen Riesenschritt nach vorne gemacht und bis vor zwei Wochen den besten Handball in Deutschland gespielt. Unheimlich schnell, mit guter Abwehr und guten Torhütern. Dieser Tempohandball war schon brutal – und da müssen wir auch am Donnerstag auf der Hut sein. Wir sollten uns möglichst wenige Fehler erlauben, damit die Magdeburger eben nicht in ihr schnelles Spiel kommen, und schauen, dass wir selbst Tempo machen.“

Das dürfte also der Knackpunkt werden am Donnerstagabend: Wer bestimmt die Geschwindigkeit des Spiels? Wer läuft wem hinterher? Schaut man auf die vergangenen Wochen, nähern sich die Formkurven beider Mannschaften immer mehr an. Während Magdeburg überragend gestartet war, kämpfen sie nun mit der ersten kleinen Krise. Fast schon sensationell schieden sie aus dem EHF-Cup gegen Porto aus, unterlagen in der Liga zuhause gegen Göppingen. Die Löwen wiederum taten sich fast die gesamte Spielzeit über schwer, fanden zuletzt in der Champions League bei IFK Kristianstad wieder besser in die Spur.

An Motivation dürfte es beiden Mannschaften nicht mangeln. Da ist auf der einen Seite der Tabellenstand, auf der anderen die „persönliche“ Befindlichkeit: Die Löwen haben in dieser Saison schon überraschend häufig zuhause geschwächelt, gegen Kiel und Veszprém verloren, gegen Leipzig einen Punkt abgegeben. Damit soll Schluss sein, die Heimstärke als absolutes Plus wieder untermauert werden. In Magdeburg dürften sie noch die drei Vergleiche aus dem Vorjahr im Kopf haben, als man sowohl in der Liga zweimal verlor, als auch im Halbfinale des DHB-Pokals gegen die Löwen das Nachsehen hatte.

 

Auf welche Spieler gilt es zu achten? Bei den Löwen stieg die Formkurve von Spielmacher Andy Schid zuletzt wieder an, zeigten sich beide Torhüter in Topform, spielten sich unter anderem Jerry Tollbring und Mads Mensah mit mutigen Leistungen in den Vordergrund. In Magdeburg ist Matthias Musche als Top-Torjäger der HBL ein Kandidat, der unbedingt auf dem Zettel stehen sollte. Er ist so etwas wie das Sinnbild für das Magdeburger Tempospiel. Kommt er ins Laufen, läuft es auch beim SCM. Zudem hat Spielmacher Marko Bezjak im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal nachgelegt in Sachen Spielführung. Ein Zweikampfmonster war er ohnehin schon immer. Und das Torhüter-Duo Green/Quenstedt gehört ohnehin zum Besten, was man in der Ersten Liga finden kann.

Was die Zuschauer in der SAP Arena erwartet, sind zwei Spitzenteams mit überragender individueller Qualität, die beide die zwei Punkte brauchen. Nicht zuletzt wegen dieser Konstellation dürfte es ein Handballspiel auf Biegen und Brechen werden, ein harter Kampf, in dem keiner zurückweichen wird. Handballfans, die auf Spektakel aus sind, liegen an diesem Abend beim Duell Löwen gegen Magdeburg genauso richtig wie Taktik-Freaks. Denn auch in dieser Hinsicht bieten beide Teams mit ihren Trainern Nikolaj Jacobsen und Bennet Wiegert alle Raffinessen, die sich das Handballer-Herz wünschen kann.

Quelle: Rhein-Neckar Löwen

Foto: Vogler

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