08.11.2018  DKB Handball-Bundesliga

Flensburg will Siegesserie auch in Bietigheim fortsetzen

Kontrastprogramm für Bundesliga-Aufsteiger SG BBM Bietigheim. Eine Woche nach dem 24:23-Sieg im Kellerduell bei den Eulen Ludwigshafen kommt am Donnerstag (19 Uhr) der Deutsche Meister und verlustpunktfreie Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt in die EgeTrans Arena nach Bietigheim.

„Belohnung muss sein“, war das Motto von Bietigheims Coach Ralf Bader, der seiner Mannschaft nach dem Erfolg im in Ludwigshafen ein trainingsfreies Wochenende spendierte. Mit einer weit geringeren Drucksituation geht es jetzt ins Spiel gegen den amtierenden Deutschen Meister. „Wir haben den nötigen Respekt vor diesem Spitzenteam“, so Bader, „doch herausfordern wollen wir sie schon“.

Die Handballer der SG Flensburg-Handewitt sind zurzeit viel beschäftigt. Das Ligaspiel beim Tabellenvorletzten in Bietigheim gleicht eher einer nationalen Zwischenstation eingebettet in die Auftritte in der EHF Champions League. Am Sonntagabend schlug das Team von Maik Machulla den dänischen Meister Skjern Handbold mit 26:22 und verbesserte sich in der Gruppenphase auf Platz vier. Schon am Samstag folgt das nächste Topspiel beim französischen Meister Paris Saint-Germain.

Die Partie beim Tabellenvorletzten also wenig mehr als eine möglichst kräftesparende Trainingspartie für den Topclub aus dem hohen Norden? Das hängt sicher auch davon ab, ob sich die Gastgeber in diese Partie beißen können. Für Aufsteiger Bietigheim kann vor eigenem Publikum die Strategie nur lauten: So lange wie möglich bei der Musik bleiben. „Wir werden auch an diesem Tag daran glauben, dass etwas möglich ist“, verspricht Bader. Nach den Trainingseindrücken vom Dienstag steht Bietigheims Trainer abgesehen von den Langzeitverletzten der komplette Kader zur Verfügung. Einstellung und Leistung auf dem Spielfeld sollen stimmen, da sieht der 38-Jährige sein Team vor den eigenen Fans immer in der Pflicht. Zuallererst gilt es freilich, gegen die bärenstarke Abwehrformation und das Flensburger Tempospiel nicht ins offene Messer zulaufen. „Das wäre sicher ein erster Schritt“, so Bader.

Nicht wenige Experten hatten den Deutschen Meister nicht mehr so stark eingeschätzt wie in der vergangenen Saison. Dem Titelgewinn folgte ein Umbruch im Team von Maik Machulla. Doch die insgesamt sieben Neuzugänge haben selbstredend Qualität wie Benjamin Buric und Norwegens Nationalkeeper Torbjørn Bergerud, die das Gespann Mattias Andersson / Kevin Møller zwischen den Pfosten ersetzten. Johannes Golla (Melsungen) lieferte am Kreis einen glänzenden Einstand. Und schließlich sind die Stützen im Team noch dieselben wie in der Meistersaison. Was Holger Glandorf, Rasmus Lauge und Jim Gottfridsson im Rückraum veranstalten, bringt selbstredend auch Ralf Bader ins Schwärmen.

Die neu formierte Mannschaft bewies in der Liga Nervenstärke und feierte schon fünfmal Siege mit nur einem Tor Differenz. Zuletzt festigte Flensburg mit einem 26:25 gegen Verfolger SC Magdeburg seine Spitzenposition. Das war gleichzeitig die Revanche für die Achtelfinal-Niederlage zwei Wochen zuvor im DHB-Pokal an gleicher Stelle, die wohl bitterste Pille für Flensburg in der aktuellen Saison.

Passend zum Gastspiel der SG Flensburg-Handewitt hat die SG BBM den Motto-Tag „Deutsche Meister“ ausgerufen: Am Donnerstag werden dem in der EgeTrans Arena unter anderem die anwesenden Titelträger Tabea Alt (mehrmalige Deutsche Meisterin im Kunstturnen), Felix Franz (Leichtathletik), Angela Malestein, Antje Lauenroth und viele weitere Spielerinnen des Frauen-Bundesligateams der SG BBM folgen.

Und dann gibt es da noch ein ganz besonders Duell zwischen Flensburg und Bietigheim. Im letzten Jahr lieferte sich die zweite Männermannschaft der SG BBM ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der SG Flensburg-Handewitt - im Spendensammeln für die Movember-Foundation. Der Titel ging am Ende ganz knapp in die Stadt nahe der dänischen Grenze. Herausforderer SG BBM Bietigheim 2 lässt auch in diesem Jahr wieder die Schnurrbärte für die Männergesundheit wachsen.

Quelle: SG BBM Bietigheim

Foto: Nolte

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