03.12.2018  DKB Handball-Bundesliga

Die Schlusssirene entscheidet Krimi in Flensburg

Die SG Flensburg-Handewitt hat ihre weiße Weste in der DKB Handball Bundesliga bewahrt. Durch einen 30:29 (16:16)-Sieg über die HSG Wetzlar feierte der Titelverteidiger den 15. Sieg im 15. Saisonspiel und rettete so auch Holger Glandorf einen Erfolg im Jubiläumsspiel. Denn das Rückraumass bestritt sein 500. Erstliga-Spiel. Kurz vor der Partie hielten die Zuschauer beim Auflaufen der Mannschaft Poster mit der Meisterschale in die Höhe.

Die Partie sollte nervenzerrend für die Fans in der „Hölle Nord" werden. Denn nach starkem Beginn und einer 6:3-Führung riss bei der SG völlig der Faden. Symptomatisch war eine Aktion beim Stande von 7:5, als Holger Glandorf beinahe den Ball verloren hätte, ihn aber im Fallen gegen einen Gegenspieler gerade noch sichern konnte und ihn am Boden liegend unter dem Jubel der Fans in die Höhe hielt. Die SG ließ fortan jede Souveränität vermissen. Im Angriff wurden einfache technische Fehler gemacht und nicht in die Breite gespielt. Aus dem Feld heraus gelang den Gastgebern während der gesamten Spielzeit nicht ein Treffer von den Außenpositionen. So lag die Last im Rückraum, der sich seine Treffer immer wieder hart erarbeiten musste.

Die Gäste aus Hessen agierten sehr diszipliniert und schlossen ihre Angriffe überlegt ab. Nach den starken Anfangsminuten ihres ehemaligen Teamkollegen Benjamin Buric fanden sie immer wieder Lücken zum erfolgreichen Abschluss. So kam die HSG nach dem 12:9 immer dichter heran. Nach dem 15:13 durch Magnus Rød schafften die Gäste aber durch Torben Waldgenbach, den starken Stefan Cavor und Maximilian Lux noch den 16:16-Halbzeitstand.

Nach dem Wechsel ging es zunächst Tor um Tor, kein Team konnte sich absetzen. Nach dem 24:24 versuchte SG Coach Maik Machulla einen neuen Impuls zu setzen und beorderte Torbjørn Bergerud zwischen die Pfosten. Doch er konnte die physisch starken Wetzlarer und deren Abschlussqualitäten ebenso wenige stoppen wie die sehr brüchig wirkende Deckung.

Zwar konnte sich die SG beim 26:24 und 27:25 jeweils eine Zwei-Tore-Führung herauswerfen, doch zu viele technische Fehler verhinderten, dass der deutsche Meister die Hessen auf Distanz halten konnte. So kam es zur spannenden Schlussphase, in der Kristian Bjornsen den 29:29-Ausgleich erzielte. Dann verwandelte Hampus Wanne nervenstark seinen Siebenmeter zum 30:29. Am Ende hatten die Hausherren dann gehöriges Glück, als Stefan Cavor den finalen Wurf zwar ins SG Gehäuse warf, der Ball aber erst einen Wimpernschlag nach der Schlusssirene die Linie überquert hatte. Sekundenbruchteile hatten der SG die blütenweiße Weste gerettet.

Stimmen zum Spiel

Kai Wandschneider (Trainer HSG Wetzlar): „Ich bin sehr zufrieden mit dem Auftritt meiner Mannschaft. Sie hat gegen Flensburg, die im Eins-gegen-Eins-Spiel die beste Mannschaft stellt, das sehr gut gelöst und sehr diszipliniert gespielt. Es war sogar ein Punkt drin.“

Maik Machulla (Trainer Flensburg): „Von der Papierform her hätten wir diese Aufgabe souveräner lösen müssen. Ich hatte schon nach dem Szeged-Spiel vor Wetzlar gewarnt, und wir haben uns gezielt vorbereitet. Doch einige haben im Unterbewusstsein wohl gedacht, wir kriegen das schon hin. Kompliment an die Wetzlarer, die hatten eine gute Struktur im Angriff und machten es sehr gut.“

Dierk Schmäschke (Geschäftsführer Flensburg): „Man muss nach so einem Spiel fünf Mal durchatmen.“

Statistiken zum Spiel

SG Flensburg-Handewitt – HSG Wetzlar  30:29 (16:16)

SG Flensburg-Handewitt: Buric (7 Paraden), Bergerud (3 Paraden) – Karlsson, Golla (1), Hald (2), Glandorf (6), Svan, Wanne (4/3), Jeppsson (2), Jöndal (2/2), Steinhauser, Gottfridsson (3), Lauge (7), Rød (3)

HSG Wetzlar: Klimpke (4 Paraden), Marinovic (7/1 Paraden) – Bjørnsen (3), Ferraz, Schreiber (2), Torbrügge (1), Öfors (1), Holst (4/3), Waldgenbach (2), Schefvert (3), Rubin, Lux (1), Lindskog (5), Cavor (7)

Schiedsrichter: Geipel/Helbig (Steuden/Landsberg)

Zeitstrafen: 4:6 Minuten (Golla 2, Hald 2 – Lindskog 4, Torbrügge 2)

Siebenmeter: 6/5:3/3 (Jøndal scheitert an Marinovic)

Zuschauer: 5917

Spielverlauf: 2:0 (4.), 3:2 (6.), 6:3 (9.), 7:6 (13.), 9:8 (15.), 12:9 (22.), 13:13 (26.), 15:13 (27.), 15:15 (29.) – 20:20 (37.), 23:21 (42.), 23:23 (44.), 24:24 (48.), 27:25 (52.), 29:29 (59.) 

Foto: Anderson-Jensen

Quelle: SG Flensburg-Handewitt

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