27.07.2018  Intern

Deutsche Junioren begeistern bei der EM in Slowenien – und in der DKB Handball-Bundesliga

Die deutsche U20-Nationalmannschaft steht bei der Europameisterschaft in Slowenien im Halbfinale. Als ungeschlagener Gruppensieger zog die Mannschaft von Junioren-Bundestrainer André Haber in die Runde der letzten Vier ein und trifft dort auf Frankreich. Nach der knappen Halbfinal-Niederlage gegen die Franzosen bei der U18-EM 2016 soll der DHB-Auswahl dieses Jahr die Revanche gelingen. Zeit, um einen Blick auf den U20-Kader zu werfen, der mit einigen Talenten aus der DKB HBL und der 2. HBL gespickt ist.

Die Torhüter

Janis Boieck (Torhüter, TSV Bayer Dormagen)

Der 20-jährige Wiesbadener kam über den TV Breckenheim und der SG Wallau-Massenheim im Jahr 2012 zum TSV Bayer Dormagen. Dort entwickelte sich das 1,89 Meter große Torwart-Talent über die Jahre zu einer wichtigen Stütze seines Teams und war mit einer bärenstarken Saison 2017/18 maßgeblich am Zweitliga-Aufstieg der Dormagener beteiligt. Zur Rückrunde der vergangenen Saison erhielt er aufgrund einer Verletzungsmisere beim Bergischen HC ein Zweitspielrecht für den Erstligaaufsteiger und konnte mit den Löwen sogar schon einige Minuten Zweitliga-Luft schnuppern. 

Leon Mehler (Torhüter, HC Empor Rostock)

Der 1,96-Hüne bildet mit Boieck das Torhüter-Duo der U20-Nationalmannschaft. Vor zwei Jahren spielte Mehler noch mit dem SV Fortuna '50  Neubrandenburg in der vierten Liga, wechselte daraufhin zum HC Empor Rostock und avancierte beim Drittligisten zum Junioren-Nationalspieler. 2015 debütierte er in der DHB-Auswahl gegen den aktuellen EM-Halbfinalgegner Frankreich.

Die Außenspieler:

Fin Backs (Linksaußen, MT Melsungen)

Der flinke Linksaußen kommt aus der Melsunger Jugend und lief gemeinsam mit seinem DHB-Kollegen Dimitri Ignatow in der vergangenen Saison aufgrund eines Zweitspielrechts für den damaligen Zweitligisten Eintracht Hildesheim auf. Ab der Saison 2018/19 geht Backs auf Leihbasis für die Rimparer Wölfe in der Zweiten Liga auf Torejagd. Bis 2020 steht er aber im Erstspielrecht für die MT Melsungen unter Vertrag und soll dort hinter Michael Allendorf erste Erfahrungen in der DKB Handball-Bundesliga sammeln.

Tim Matthes (Linksaußen, Füchse Berlin)

Nicht nur die A-Jugend der Füchse Berlin, sondern auch die deutsche U20-Nationalmannschaft führt Matthes als Kapitän aufs Feld. Mit den Jungfüchsen wurde er 2018 deutscher A-Jugend Meister und ist ein zentraler Leistungsträger seiner Mannschaft. Als 19-Jähriger feierte Matthes beim Super Globe 2017 seine ersten Einsatzzeiten im Profi-Bereich der Füchse Berlin.

Dimitri Ignatow (Rechtsaußen, MT Melsungen)

Gemeinsam mit Fin Backs bildet Ignatow (1,74 Meter) die Melsunger Flügelzange in der Junioren-Nationalmannschaft. Wie Backs stammt auch der quirlige Rechtsaußen aus der Talentschmiede der Nordhessen. Für die MT Melsungen wird er in der kommenden Spielzeit mit der Trikotnummer 11 auflaufen.

Der Rückraum:

Lukas Stutzke (Rückraum links, TSV Bayer Dormagen/Bergischer HC)

Der 20-jährige angehende Bürokaufmann aus Leverkusen erhält zur Saison 2018/19 ein Doppelspielrecht und wird zusätzlich für den Bergischen HC auflaufen. Der beste Zeitpunkt, wie es scheint: Mit seinem Hauptverein, dem TSV Bayer Dormagen, gelang Stutzke zuletzt der Aufstieg in die zweite Liga - parallel zum direkten Wiederaufstieg des Bergischen HC in die DKB HBL. Der variantenreiche Spielmacher zählt zu den Köpfen des U20-Teams und sicherte sich bei der U18-EM 2016 Bronze.

Frederik Simak (Rückraum links, Füchse Berlin)

Der gebürtige Friesenheimer und Wirtschaftsingenieur-Student wechselte 2016 aus Altenheim in die Hauptstadt und erhielt dort einen Vertrag bis 2020. Nach einer starken ersten Saison wurde er mit Einsatzzeiten in der Bundesligamannschaft belohnt. Funfact: Bei seinem ersten Auftritt beim EHF-Cup erzielte er nicht nur einen Treffer, sondern holte sich auch gleich eine rote Karte ab.

Hendrik Schreiber (Rückraum Mitte, HSG Wetzlar)

Am 8. Mai 2016 gab der damals 17-Jährige bei der HSG Wetzlar sein Bundesliga-Debüt. Gegner war kein geringerer als der Rekordmeister aus Kiel – gegen Niklas Landin gelang ihm sogar ein Treffer. Bei der EM in Slowenien erweist er sich gemeinsam mit Lukas Stutzke (21 Tore) mit bisher 19 Toren (Stand: 27.07.2018) als Topscorer der DHB-Auswahl. 

Luca Witzke (Rückraum Mitte, TUSEM Essen)

Der in Moers geborene Spielmacher gab erst Ende Juni gegen die Schweiz sein erstes Länderspiel für die DHB-Auswahl. Nach einem überzeugendem Debüt wurde Witzke prompt für die EM in Slowenien nominiert. Gegen Serbien war er maßgeblich mit fünf Treffern am Halbfinaleinzug beteiligt. Seinen Vertrag bei den "Ruhrpottschmieden" aus Essen hat er im April vorzeitig bis 2020 verlängert.

Max Neuhaus (Rückraum Mitte, SC Magdeburg)

Der 18-Jährige hat im Juni sein Abitur am Sportgymnasium in Magdeburg erfolgreich absolviert und läuft derweil in der A-Jugend-Bundesliga und der zweiten Mannschaft des SCM auf. Der Handballsport liegt Neuhaus im Blut. Schließlich kam der SCM-Youngster durch seine Mutter in die Sporthalle: Diese ist Handballtrainerin und hat ihn bereits im Alter von drei Jahren mit ins Training genommen. 

Lukas Kister (Rückraum rechts, TSV GWD Minden)

In Dortmund geboren, spielte Kister bis zur B-Jugend für die Ahlener SG. 2014 folgte dann der Wechsel nach Minden, wo er zur Saison 2017/18 einen Profivertrag erhielt und sich auch schon über erste Spielminuten freuen durfte. Kisters Mannschaftskollege Marian Michalczik, der ebenfalls über Ahlen nach Minden kam, zählt inzwischen bereits zum Kreis der A-Nationalmannschaft. Ob es ihm Kister nachmachen wird? Mit der DHB-Auswahl gewann der Youngster 2016 mit der U18 EM-Bronze.

Jannek Klein (Rückraum rechts, FC Barcelona)

Seine Karriere geht steil nach oben: In der vergangenen Saison stand der Linkshänder schon einige Male für die SG Flensburg-Handewitt in der DKB Handball-Bundesliga auf dem Parkett und konnte zudem noch ganz besondere Erfahrungen in der Champions League sammeln. Auch beim Achtelfinal-Spiel gegen den FC Barcelona stand er im Kader – jetzt zieht es ihn selbst in die spanische Metropole. Dort wird er zur kommenden Saison mit Jugend-Nationalspieler Juri Knorr in der Reserve-Mannschaft auflaufen.

Janik Schrader (Rückraum rechts, VfL Lübeck-Schwartau)

Vom Campingurlaub zur Nationalmannschaft: Ein Anruf von André Haber hat den Linkshänder vom Zweitligisten VfL Lübeck-Schwartau aus dem Dänemark-Urlaub gerissen. Stattdessen absolvierte er bei den Scandinavian Open seine ersten Länderspiele für den DHB und trug sich erstmals in die DHB-Torschützenliste ein. Nach guten Leistungen folgte die EM-Nominierung - besser kann ein Sommer nicht laufen!

Die Kreisläufer:

Justin Kurch (Kreisläufer, SC Magdeburg)

Auch Kurch ist das Handball-Gen in die Wiege gelegt worden: Seine Mutter spielte selbst einst Handball. Das Kreisläufer-Talent besucht seit seinem 13. Lebensjahr das Sportgymnasium in Magdeburg und steht seitdem in der Magdeburger Handball-Hochburg unter Vertrag. Am 2. Februar 2018 gab er gegen den VfL Gummerbsach sein Bundesligadebüt und durfte erstmals in der GETEC Arena für die Profis des SCM auflaufen. Nach der WM 2017 in Georgien ist die EM in Slowenien das zweite wichtige internationale Turnier für den 19-Jährigen Kreisläufer.

Joshua Thiele (Kreisläufer, TSV Burgdorf)

Mit seinen 1,93 Meter Höhe und 100 Kilo ist "Joshi" eine richtige Erscheinung auf dem Handballfeld. Seit 2013 spielt der 20-Jährige für den TSV Burgdorf und gehört zum erweiterten Kader der Bundesliga-Mannschaft, dem TSV Hannover-Burgdorf. Die Vorbilder des Kreisläufers: Spaniens Julen Aguinagalde und Flensburgs Abwehrmaschine Tobias Karlsson.

Mattis Michel (Kreisläufer, TuS Ferndorf)

Das Eigengewächs vom TuS Ferndorf durchlief sämtliche Jugend-Nationalmannschaften und ist jetzt als souveräner 7-Meter-Schütze eine unverzichtbare Säule in der Junioren-Auswahl. Mit dem TuS gelang ihm vergangene Spielzeit eine nahezu perfekte Saison mit 59:1 Punkten und damit der direkte Wiederaufstieg in die 2. Handball-Bundesliga.

Foto: Marco Wolf

Der Pixum Super Cup 2018

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