06.04.2019  REWE Final Four

REWE Final Four - Damgaard entscheidet Halbfinalkrimi mit Weltklasse-Leistung

Emotionen pur, 60 Minuten leidenschaftlicher Kampf. Was für ein unglaublicher Auftakt ins Pokal-Wochenende. Während in Hälfte eins noch einiges nach einem Durchmarsch des SC Magdeburg aussieht, sorgt die TSV Hannover-Burgdorf im zweiten Spielabschnitt für ein sehenswertes Handballfest. Die Entscheidung fällt in der Schlusssekunde.

Link zum Spiel

TSV Hannover Burgdorf - SC Magdeburg 29:30 (11:15)

Bereits vor Beginn der ersten Halbfinalpartie zwischen der TSV Hannover-Burgdorf und dem SC Magdeburg verwandelte sich die ausverkaufte Barclaycard Arena in einen einzigartigen Hexenkessel. Laser- und Feuershow ließen den Hallenboden schon vor dem ersten Anpfiff glühen. "Hier regiert der SCM" skandierten die zahlreich mitgereisten Fans des SC Magdeburg im Laufe der Begegnung. Nach einem packenden, spannenden und einfach nur mitreißenden Spiel sollten sie letztlich Recht behalten. SC Magdeburg lautet der Name des ersten Finalteilnehmers des REWE Final Four 2019.

Der erste Treffer des Spiels gehörte dem SC Magdeburg. Kapitan Christian O'Sullivan netzte nach knapp 70 Sekunden ein. Nationalspieler Timo Kastening hatte mit einem Kunstwurf von der Außenposition die passende Antwort parat. Im Anschluss begann die Show der Magdeburger Nummer 34. Ganze sechs Tore in Folge erzielte Michael Damgaard, brachte die Defensive der TSV ein ums andere Mal zur Verzweiflung. Das Abwehrbollwerk der Magdeburger hingegen rührte Beton an und konnte sich zusätzlich immer wieder auf den glänzend aufgelegten Jannick Green im Tor verlassen. Die Mannschaft von Bennet Wiegert wirkte insgesamt bissiger, entschied die entscheidenden Zweikämpfe regelmäßig für sich. Über 3:6 und 6:9 setzten sich die Magdeburger bis zum zwischenzeitlichen 7:12 (25.) ab. Auf Seiten der TSV Hannover-Burgdorf konnte lediglich Timo Kastening mit einer überragenden Vorstellung dagegenhalten. Mit einem für die ersten 30 Minuten sinnbildlichen Buzzerbeater sorgte Matthias "Matze" Musche für den Schlusspunkt in Hälfte eins. 11:15 lautete der verdiente Zwischenstand zur Pause.

Kastening vom Siebenmeterpunkt und Albin Lagergren aus dem Rückraum läuteten den zweiten Spielabschnitt ein. Dieser sollte noch hitziger, noch emotionaler und noch intensiver werden. Vor allem aber hielt er ein außergewöhnliches Comeback der TSV Hannover-Burgdorf bereit. Eine ganz entscheidende Szene in Minute 35: Der bis dahin bärenstarke Timo Kastening sieht die rote Karte. Eine Entscheidung, die der TSV Hannover-Burgdorf weh tat, sie aber auch extrem beflügelte. Das Team von TSV-Trainer Carlos Ortega brannte nun ein echtes Feuerwerk ab. Beim zwischenzeitlichen 18:18 war wieder alles offen, dann folgte gar der erste Führungstreffer für Hannover - Timeout Magdeburg. War der SCM in Halbzeit eins noch beweglicher und durchsetzungsstärker in Abwehr wie Angriff, gab in Abschnitt zwei Hannover-Burgdorf mit spielerisch starken Offensivaktionen den Takt vor. Doch Magdeburg nahm den sehenswerten Kampf nach 50 gespielten Minuten wieder an. Angeführt von der Weltklasse-Leistung Michael Damgaards wurde das Angriffsspiel der Magdeburger wieder wesentlich gefährlicher. Nach 55 Minuten war der SCM wieder vorn. Es entwickelte sich ein echter Krimi, vor ohrenbetäubender Kulisse in der ausverkauften Barclaycard Arena begegneten sich beide Teams in jeder Hinsicht auf Augenhöhe. Weltmeister Morten Olsen sorgte 90 Sekunden vor Ende für das 28:28. Die letzte Minute: Weber bringt Magdeburg wieder auf die Siegerstraße. Es folgt der verwandelte Siebenmeter vom 18-jährigen Veit Mävers. Die letzte Aktion des Spiels gehört Magdeburg. Zwei Sekunden vor Ende der Partie bekommt Kapitän O'Sullivan den Ball und verwandelt. Was für ein unglaubliches Finish. Absolute Extase in der Magdeburger Fankurve.

TSV Hannover-Burgdorf: Olsen (7), Kastening (6/1), Häfner (6), Mävers (3/3), Pevnov (3), Büchner (2), Feise (1), Cehte (1)

SC Magdeburg: Damgaard (15), Weber (5), O'Sullivan (4), Musche (2), Lagergren (2), Bezjak (1), Chrapkowski (1)

Foto: Klahn

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