11.01.2019  Handball Weltmeisterschaft

Henning Fritz - Die WM-Kolumne: Der Einstieg ist geschafft

In seiner WM-Kolumne für die DKB Handball-Bundesliga erörtert Welthandballer Henning Fritz das Geschehen rund um die Heim-Weltmeisterschaft - natürlich mit besonderem Augenmerk auf die deutsche Mannschaft. In der zweiten Ausgabe analysiert die Torhüter-Legende den ersten Auftritt des DHB-Teams gegen Korea und zeigt sich beeindruckt vom Auftaktspiel des Co-Gastgebers.

Liebe Handballfans,

der Startschuss zur WM in Deutschland und Dänemark ist endlich gefallen. Die Eröffnung in Berlin war sehr stimmungsvoll, genau so soll das sein.

Während des Spiels hat man der deutschen Mannschaft dann die Anspannung durchaus angesehen. Gegen Korea ist sicher noch nicht alles rund gelaufen. Aber in erster Linie ging es in diesem Spiel auch darum, einen Einstieg ins Turnier zu finden. Das Ziel war ein klarer Sieg ohne Verletzte. Das hat geklappt.

Der Bundestrainer hat versucht, allen Spielern eine Möglichkeit zu geben, schon früh im Turnier Einsatzminuten zu sammeln, damit alle schnellstmöglich ein gutes Gefühl bekommen und auf Betriebstemperatur kommen. Besonders gut gelungen ist das Andreas Wolff. Er hat gleich gut ins Spiel gefunden, wurde am Ende auch als "Spieler des Spiels" ausgezeichnet.

Ansonsten war der Auftritt gegen Korea aber eine geschlossene Mannschaftsleistung mit Höhen und Tiefen, die in einem WM-Eröffnungsspiel auch zu erwarten waren. Die Erwartungshaltung vor einer Heim-WM ist immer groß, vor Turnierbeginn war viel Rummel um die Spieler. Das muss man alles erst einmal verarbeiten.

Jetzt muss es das Ziel sein, sich von Spiel zu Spiel zu steigern. Brasilien sollte am Samstag auch der richtige Gegner sein, um sich weiter Sicherheit und Selbstbewusstsein zu holen - auch wenn ich die Südamerikaner spielerisch etwas besser einschätze als die Koreaner.

Co-Gastgeber Dänemark hat natürlich gleich bombastisch ins Turnier gefunden. Diese 39-Tore-Gala gegen Chile war für die Dänen der perfekte Einstieg. Da können wir uns noch auf einiges gefasst machen.

Ich freue mich auf die restlichen Partien und bin gespannt auf die Leistung des DHB-Teams gegen Brasilien!

Euer Henning

 

Über Henning Fritz

Henning Fritz (44) zählt zu den erfolgreichsten deutschen Handball-Torhütern aller Zeiten. Seine ruhmreiche Karriere begann der 235-malige Nationalspieler bei seinem Heimatverein SC Magdeburg. Mit den Bördeländern wurde Fritz Deutscher Meister und DHB-Pokalsieger. Anschließend gewann der Welthandballer des Jahres 2004 mit dem THW Kiel alle Titel, die es auf der Vereinsebene zu gewinnen gibt. 2012 beendete Fritz seine aktive Karriere bei den Rhein-Neckar Löwen. Auch in der Nationalmannschaft zählte der Schlussmann in den 90er und 00er Jahren zu den unumstrittenen Säulen. Fritz gehörte zur "goldenen Generation", die 2004 erst Europameister wurde und später bei den Olympischen Spielen in Athen Silber gewann. Bei der Heim-WM 2007 krönte der Magdeburger seine Karriere mit dem Titel im "Wintermärchen". Mittlerweile ist Fritz als Experte für das Medienunternehmen Sky und für Neuronavi, einen Hersteller mobiler Regenerationsgeräte, tätig.

Foto: Klahn

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