18.09.2017  2. Handball-Bundesliga

Rimpar siegreich gegen Aue

Die Rimparer Wölfe fuhren am Sonntagabend gegen den EHV Aue 25:23 Sieg ein. Für die zwei Punkte mussten die Wölfe aber 60 Minuten hart arbeiten, da der EHV keineswegs die Reise angetreten war, um Geschenke zu verteilen. Am Ende reichte es jedoch für die Wölfe, die damit den neunten Tabellenplatz belegen.

 

Irgendwie hatte man nach dem Abpfiff der Auseinandersetzung der Wölfe mit der Mannschaft aus Aue das Gefühl, es wäre deutlich mehr für sie drin gewesen, wenn die Sachsen nur ein wenig mehr daran geglaubt hätten, dass sie die Unterfranken in deren Halle hätten schlagen können. Zwar war das nicht gerade die große Spielkunst, die hier von der Mannschaft von Trainer Stephan Swat in der Arena präsentiert wurde, aber auch die Rimparer arbeiteten sich mehr oder weniger in ihr Spiel und retteten schließlich mit einigen Mühen den Zweitorevorsprung ins Ziel. Als Arbeitssieg bezeichnet man derartige Anstrengungen, mit denen man, wenn sie zum Erfolg führen, durchaus Respekt gewinnen kann. Das gilt umso mehr dann, wenn man einen Doppelspieltag mit insgesamt vier Punkten abschließt.

Nun mag man sicher das eine oder andere an der Spielweise oder dem zuweilen etwas löchrigen Deckungsverbund kritisieren, sollte dabei aber nicht vergessen, dass die Spieler noch 46 Stunden zuvor ein hartes Kampfspiel abliefern mussten, um bei einer Eisenacher Mannschaft zu gewinnen, die trotz ihres verkorksten Saisonstart ganz sicher nicht zur Laufkundschaft der Liga gehört. Erst in den frühen Morgenstunden hatte man nach nächtlicher Rückreise ins Bett finden dürfen, um nach ein paar Stunden wieder in der Halle zur Vorbereitung auf das nächste Spiel zu stehen. Das leisten nicht irgendwelche Vollprofis, sondern Spieler, die an fünf Tagen in der Woche einem Beruf nachgehen, die sich immer wieder aufraffen müssen, um dann in den Spielen alles zu geben.

Die Mannschaft aus Aue dagegen hatte ihr letztes Spiel bereits am Mittwoch und hinreichend Zeit, sich auf die Auseinandersetzung mit den Wölfen vorzubereiten. Menschen, die Arges unterstellen, könnten so etwas schon als eine kleine Wettbewerbsverzerrung interpretieren, auch wenn es sicher gute Gründe für derartige Verlegungen geben mag. Doch all das hattedie Mannschaft von Trainer Obinger zu Recht im Vorfeld nicht thematisiert, ging es doch letztlich nicht darum, ein Problem zu bekämpfen, sondern selbiges zu lösen. Und das wiederum ist den Wölfen mit 25:23-Arbeitssieg in einem durchaus hinreichenden Maß gelungen. Dennoch war allen anzusehen, wie sehr dieser Doppelspieltag an die Substanz gegangen war. Natürlich ist man dann nicht immer frisch, topfit und stets am richtigen Platz. Manchmal ist es nur ein kleiner Schritt, der etwas langsamer als sonst erfolgt, und dem Gegner Räume ermöglicht, die er sonst nie haben würde. Von daher gebührt dem Team aller Respekt, denn sie hat sich mit optimaler Punktausbeute durch dieses schwere Wochenende gekämpft.

Zweimal gelang es den Sachsen, die sonntägliche Partie ausgeglichen zu gestalten, in Führung lagen sie während des Spiels kein einziges Mal. Einmal konnten sie in der ersten Hälfte zum 6:6 und einmal in der zweiten zum 17:17 ausgleichen. Ansonsten führten die Wölfe stets mit zwei, drei, einmal sogar mit fünf Toren, doch es gelang ihnen nicht, sich so abzusetzen, dass sich ein Gefühl der Sicherheit einstellen wollte. Es war der wieder einmal ausgezeichnet disponierte Max Brustmann im Tor, der ganz entscheidende Bälle in kritischen Situationen entschärfte. Im Angriff wussten Patrick Schmidt mit 6 Feldtoren und drei verwandelten Siebenmetern und auch Julian Sauer auf der Rechtsaußenposition mit 5 Treffern zu überzeugen, während allerdings der Abwehrverbund insgesamt nicht den sichersten Eindruck machte. Auch das Umschaltspiel war bei weitem nicht so effektiv wie noch zwei Tage zuvor beim Spiel in Eisenach.

Nur einmal riss es das Publikum von den Sitzen und die gesamte Mannschaft von der Bank, als nämlich der erst 17jährige Felix Karle einen Gegenstoß zum 10:7 erfolgreich abschloss. Sein erstes Tor in der fünftstärksten Liga der Welt, sicher ein guter Grund, etwas schlechter an diesem Abend einzuschlafen. Am Ende war alles irgendwie so, wie man es sich ausgerechnet hatte. Die Sachsen, die an einen Sieg nie so richtig geglaubt zu haben schienen, gratulierten hocherhobenen Kopfes den ausgelaugten Franken, denn man hatte ihnen einen Kampf durchaus auf Augenhöhe bieten können. Und die Wölfe ihrerseits atmeten tief durch, weil sie froh waren, den wohl eingeplanten Arbeitssieg ins Ziel gerettet zu haben.

Nach dem Spiel saß ein Wolf ziemlich erschöpft in der Kabine und leckte sich die Wunden. Die Anstrengungen der letzten beiden Tage waren ihm ins Gesicht geschrieben, und so richtig zufrieden war er nicht mit sich. Konnte er aber sein, der Kapitän, denn er hatte sich tapfer durch den Doppelspieltag gekämpft, obwohl er glaubte, keinen Knochen und keinen Muskel mehr zu haben, der ihm nicht wehtat. Noch vor dem Spiel war ihm vom Wölfe-Geschäftsführer Roland Sauer zu seinem 400sten Ligaspiel im Trikot der Wölfe gratuliert worden, ein Jubiläum, das es in sich hat. Stefan Schmitt hat in diesem Verein Außergewöhnliches geleistet, ist von der Landesliga in die zweite Bundesliga aufgestiegen, hat dort bis auf eine Verletzungspause nahezu alle Spiele mitgemacht und mit seinem Team sogar am Oberhaus des deutschen Handballs angeklopft. Mittlerweile hat er sich in der Bundesliga als Abwehrchef seiner Mannschaft etabliert und wird wegen seiner Leistungen bundesweit respektiert. Eine außergewöhnliche Karriere! Schmitti, du hast Großes für diesen Verein geleistet!

Quelle: DJK Rimpar Wölfe

Foto: DJK Rimpar Wölfe

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