26.11.2017  2. Handball-Bundesliga

Schwartau lässt Konstanz keine Chance

Weiter geschwächt und dezimiert konnte die HSG Konstanz nicht an die zuletzt guten Vorstellungen gegen die Topteams der Liga anknüpfen. An einem nach einer ordentlichen Anfangsphase gebrauchten Tag war Konstanz schnell in hohem Rückstand und musste sich dem nun auf Tabellenplatz zwei gekletterten VfL Lübeck-Schwartau mit 26:36 (11:18) geschlagen geben.

Die Anreise lang und beschwerlich – und die schlechten Nachrichten für die HSG, sie wollten nicht abreißen. Die Vorzeichen für die HSG Konstanz standen an der Ostsee erneut schlecht. Nachdem der Ausfall von vier Langzeitverletzten schon länger schwer wiegt, meldete sich Torwart Stefan Hanemann kurz vor der Abfahrt gen Norden ab. Konstantin Poltrum fuhr angeschlagen mit und am Spieltag musste dann auch noch Kreisläufer Chris Berchtenbreiter – zuletzt einer der besten bei der HSG –  passen. Ohne Sechs, mit elf Feldspielern, fand die HSG Konstanz so auch nie zu den zuletzt gezeigten Leistungen.

Zwar markierte Fabian Schlaich per Tempogegenstoß den 3:4-Anschlusstreffer, doch nach dem Tor zum 5:4 legten die Gastgeber deutlich zu und zogen mit einem 4:0-Lauf auf 8:4 davon. In einem zu Beginn von beiden Abwehrreihen dominierten Duell, in dem Lübeck den Vorteil auf der Torwartposition mit Dennis Klockmann hatte, fehlte auf Seiten der Gelb-Blauen vom Bodensee bald „der letzte Biss in der Abwehr“  wie Cheftrainer Daniel Eblen monierte. „Wir haben ganz gut angefangen und ordentlich gedeckt“, meinte der 43-Jährige. „Dann bekommen wir einige unglückliche Abpraller.“ Zudem zog Klockmann mit fast 40 Prozent gehaltenen Bällen der mit Paul Kaletsch auf Halblinks und Maximilian Schwarz im rechten Rückraum gestarteten HSG in der Offensive den Zahn, sodass auch der Druck in der Deckung zunahm. Immerhin fügte sich Maximilian Wolf direkt seiner Einwechslung gleich einmal mit einer spektakulären Doppelparade eines strammen Wurfes aus dem Rückraum und des freien Nachwurfs ein. Allerdings lag sein Team nach knapp 25 Minuten auch schon 9:16 zurück.

Das vor allem, weil Konstanz in der Abwehr nun gegen den wurfgewaltigen Rückraum der Norddeutschen meist einen Schritt zu spät war und die zunehmenden Fehler in der Offensive durch Konter schnell bestraft wurden. Dazu kamen vier verworfene Siebenmeter, zwei davon an das Aluminium sowie einige frei vergebene Möglichkeiten, inklusive Latten- und Pfostentreffern – und die 900 Kilometer gereisten Gäste lagen zur Halbzeit schon mit sieben Treffern zurück. „Wir wollten nach der Pause dran bleiben und zumindest die zweite Hälfte gewinnen“, meinte Eblen. „Aber man hat gemerkt, was für eine Nummer Lübeck daheim ist.“ Immerhin versuchte seine Mannschaft mit Kampf und Einsatz die weiter hohe Fehlerquote auszugleichen und konnte den Zehn-Tore-Rückstand zwischenzeitlich wieder auf sieben verkürzen.

Felix Gäßler zeigte, dass er auch Qualitäten als Kreisläufer besitzt und verschaffte Sebastian Bösing wichtige Pausen, doch an der klaren Konstanzer Unterlegenheit änderte dies alles nichts. „Wir müssen nun an die Spiele, in denen wir besonders gut gespielt haben anschließen“, so Eblen, „es warten nun wichtige Wochen auf uns.“ Der Blick von Eblen, er ging nach einer weiteren Enttäuschung sofort nach vorne. Auf die nächste Aufgabe gegen Hagen am Samstag, dann mit den eigenen Fans im Rücken.

Statistiken zum Spiel

VfL Lübeck-Schwartau: Klockmann, Mallwitz (Tor); Glabisch, Milde, Lauenroth (7), Podpolinski (3), Akerman, Hansen (7), Ranke , Schult (7), Damm (10/4), Köhler (1), Claasen, Schlichting, Bruhn, Metzner (1).

Trainer: Torge Greve

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Konstantin Poltrum (Tor); Fabian Schlaich (8/2), Mathias Riedel (4), Tom Wolf, Paul Kaletsch (2), Felix Krüger, Fabian Maier-Hasselmann (1), Felix Gäßler (2), Tim Jud (1), Maximilian Schwarz (2), Sebastian Bösing (2), Felix Klingler (4/2).

Trainer: Daniel Eblen

Zuschauer: 1912 in der Hansehalle Lübeck.

Schiedsrichter: Fabian Friedel aus Aue und Rick Herrmann aus Zschorlau.

Foto: Koenig

Quelle: HSG Konstanz

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