06.07.2018  2. Handball-Bundesliga

50 Tage vor Saisonstart: Die Lust auf Handball ist „saumäßig groß!“

In 50 Tagen, am 25. August, wird der erste Spieltag der Saison 2018/19 der 2. Handball-Bundesliga ausgetragen. Dann wird auch Benjamin Herth wieder auf dem Parkett stehen, der mit den DJK Rimpar Wölfen in seine dritte Zweitligasaison geht. Mit uns hat der zweifache Familienvater unter anderem über die Trainingspause und die Vorfreude auf die neue Saison gesprochen.

Hallo Benjamin, vor rund vier Wochen ist die Saison 2017/18 zu Ende gegangen. Ist der Tank für die neue Saison bereits wieder komplett aufgefüllt?

Benjamin Herth: Auf jeden Fall. Dadurch, dass bei uns in der letzten Saison hinten raus einige Spieler verletzt waren und es bei uns nicht mehr um allzu viel ging, haben wir das Training schon ein bisschen dosiert und etwas Gas herausnehmen können. Deshalb konnten wir uns sehr gut regenerieren und jetzt in der Pause auch schon die Grundsteine für die neue Saison legen.

Was macht ein Spieler in der Zeit zwischen letzter Spieltag und Vorbereitungsbeginn?

Benjamin Herth: Da ich in der letzten Saison ohne wirkliche Verletzungen durchgekommen bin, habe ich mir eigentlich nur eine Woche Pause gegönnt und habe dann sehr viel im Athletik- und Ausdauerbereich gearbeitet. Ich hatte auf jeden Fall zwölf Krafteinheiten und habe dann zusätzlich die Ausdauereinheiten mit in den Plan eingebaut. Wenn man fit ist, dann kann man in der Zeit sehr viel machen. Allerdings gibt es auch einige Spieler, die sich mit Blessuren in die Pause geschleppt haben, die brauchen dann natürlich etwas länger.

Arbeitest du in dieser Zeit auch im mentalen Bereich?

Benjamin Herth: Teilweise. Ich lasse mir die Saison schon noch einmal Revue passieren und suche nach Anhaltspunkten – was lief gut und was nicht. Da kann ich in der Vorbereitung auf die neue Saison gleich ansetzen um weiterzukommen. Wir werden in der Vorbereitung auch mit Sicherheit noch einmal mannschaftsintern und mit dem Trainerteam darüber sprechen. Bei uns ist das so, dass wenn es um die Zielformulierungen für die nächste Saison geht, dann werden wir mit vielen Zahlen und Statistiken gefüttert und diese Zahlen lügen nie. Das sind immer gute Anhaltspunkte für die neue Saison.

In 50 Tagen ist der Anpfiff des ersten Spieltags. Wie groß ist bereits jetzt die Lust, endlich wieder 2. Handball-Bundesliga zu spielen?

Benjamin Herth: Saumäßig groß! Das war jetzt ein knapper Monat, in dem man nichts mit dem Ball zu tun hatte. Jetzt sind das Kribbeln in den Händen und die Lust auf den Trainingsalltag und die Arbeit mit den Jungs auf jeden Fall wieder da.

Mit dem Handball Sport Verein Hamburg und dem TV Großwallstadt sind zwei Vereine in die 2. Handball-Bundesliga aufgestiegen, die eine große Geschichte im deutschen Handball haben. Wie stark siehst du die 2. HBL in der nächsten Saison?

Benjamin Herth: Die Liga war in den letzten zwei Jahren schon ziemlich stark. Mit Hamburg und Großwallstadt sind jetzt zwei extrem starke Mannschaften mit großer Tradition aufgestiegen, die die Liga noch einmal extrem aufwerten werden. Es wird immer seltener, dass Mannschaften als Kanonenfutter in die zweite Liga aufsteigen. Immer öfter zieht es die Aufsteiger direkt in die obere Tabellenhälfte. Großwallstadt und Hamburg sind für uns auf jeden Fall sehr interessant. Die Spiele gegen den TVG sind mehr oder weniger ein Derby und gegen Hamburg werden es mit Sicherheit auch geile Spiele. Das ist einfach ein großer Name und in Hamburg wird die Halle bei jedem Spiel aus allen Nähten platzen.

Sehen wir in der nächsten Saison die vielleicht stärkste und engste 2. Handball-Bundesliga, die es jemals gegeben hat? Es steigen ja auch fünf Mannschaften ab.

Benjamin Herth: Die Mannschaften, die aus der DKB Handball-Bundesliga abgestiegen sind, sind sowieso immer saustark. Die Aufsteiger sind auch extrem stark und die Mannschaften, die bereits in der Liga sind, sind auch stark. Das hat man ja bereits in der vergangenen Saison gesehen. Da kann jeder jeden schlagen. Das wird sich jetzt auf jeden Fall noch einmal forcieren. Mit den fünf Absteigern wird es richtig happig. Da muss sich im Prinzip jede Mannschaft erst einmal damit beschäftigen und in Acht nehmen, dass sie nicht gleich am Anfang da unten reinrutscht. Wie schwer es ist, da unten wieder rauszukommen, hat man in der letzten Saison bei Eisenach gesehen. Die waren eigentlich viel zu stark und sind trotzdem in einen Strudel hineingeraten und am Ende abgestiegen. Da müssen wir echt schauen, dass wir gut in die Saison starten und uns von der Gefahrenzone fernhalten.

Du kommst in deine dritte Saison bei den DJK Rimpar Wölfen. Wie hast du dich in Rimpar eingelebt und wie zufrieden warst du mit dir in der vergangenen Saison?

Benjamin Herth: Ich bin sowieso immer sehr selbstkritisch und bin eigentlich nie zu 100 Prozent zufrieden mit mir. Es waren vor allem am Ende der Saison gute Spiele dabei. Aber über die gesamte Saison hinweg waren zu viele Schwankungen in meiner Leistung. Seit dem Wechsel nach Rimpar hat sich bei mir auch privat einiges getan. Das Studium hat wieder einen größeren Platz in meinem Alltag eingenommen und das mit der 2. Handball-Bundesliga und zusätzlich mit einer Familie mit inzwischen zwei Kindern unter einen Hut zu bekommen ist nicht immer einfach. Das war am Anfang eine große Umstellung für mich. Das war sehr kräftezehrend, hat sich jetzt aber inzwischen eingespielt. Ich bin also sehr zuversichtlich, dass ich in der nächsten Saison wieder konstant gute Leistungen bringen kann und dem Team helfen kann.

Nach dem Fast-Aufstieg in deinem ersten Jahr folgte letzte Saison der achte Platz. Was können wir von euch in der nächsten Saison erwarten?

Benjamin Herth: Mannschaftlich wird es richtig schwer, die Abgänge zu kompensieren. Vor allem die Weggänge von Stefan Schmitt und Sebastian Kraus reißen große Lücken in unser Spiel und vor allem auch in unser Mannschaftsgefüge. Da müssen wir in der Vorbereitung viel arbeiten. Wenn wir das hinbekommen, können wir aber gut um einen Platz im vorderen Mittelfeld mitreden. Dafür heißt es jetzt aber fleißig zu sein.

Danke für das Gespräch.

Foto: Zimmer

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