04.03.2018  2. Handball-Bundesliga

Viel Kampf - Balingen setzt sich gegen Dessau durch

Die "Gallier von der Alb" gewinnen ihr Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Dessau-Roßlauer HV mit 23:19, obwohl die Gäste Mitte der zweiten Halbzeit die zwei Punkte eigentlich bereits sicher in der Tasche hatten. Ein Schlussspurt in Form eines 10:2-Laufes dreht das Spiel am Ende doch noch zu Gunsten des HBW - die Gäste müssen doch noch mit leeren Händen nach Hause fahren.

Nach der bitteren Niederlage vor einer Woche in Dresden war klar, dass die Gallier von der Alb im Heimspiel gegen den Tabellennachbarn Dessau-Roßlauer HV doppelt punkten müssen, um den zurückgewonnen Kredit bei den Fans nicht postwendend wieder zu verspielen. Entsprechend engagiert gingen die Mannen von Cheftrainer Jens Bürkle auch zu Werke und obwohl sie vor allem in der Defensive kurzfristig auf die Abwehrstärke von Allrounder Matti Flohr verzichten mussten, gab es kaum Lücken für die Dessauer Angreifer. Der wieder genesene Simen Schønningsen brachte seine Mannschaft mit 2:1 in Führung und als er im nächsten Angriff nur regelwidrig gebremst werden konnte, erhöhte Oddur Grétarsson per Strafwurf auf 3:1. Alles schien seinen erhofften Lauf zu nehmen.

Die HBW-Abwehr im Verbund mit Torhüter Tomáš Mrkva machte einen richtig guten Job, aber der Angriff scheiterte ein ums andere Mal an Gästetorhüter Philip Ambrosius. „Ich glaube wir spielen die erste Halbzeit richtig, richtig gut, nur wir werfen extrem schlecht“, erklärte HBW-Trainer Jens Bürkle, weshalb sich seine Jungs in den ersten dreißig Minuten nie absetzen konnte, obwohl sie gefühlt die klar bessere Mannschaft waren. Möglichkeiten zum Ausbau der Führung gab es sowohl beim 5:3 als auch beim 7:5 zur Genüge, aber immer wieder blieben stand Torhüter Ambrosius im Weg und ihm hatte es der Dessau-Roßlauer HV zu verdanken, dass er nach dreißig Minuten nur mit einem Tor Rückstand (8:7) in die Halbzeitpause gehen konnte.

Der Beginn der zweiten Hälfte weckte bei den HBW-Fans bittere Erinnerungen an das Spiel gegen Eintracht Hagen. Die Gäste aus Sachsen-Anhalt erzielten vom Anpfiff weg den 8:8-Ausgleich und nur vier Minuten später stand es 9:11 aus Sicht der Balinger. Die Verunsicherung wurde von Minute zu Minute größer. Bei jedem einzelnen HBW-Spieler zitterte das Handgelenk und auch der Druck auf die Balinger Abwehr nahm permanent zu. Auf der anderen Seite packte die Gästeabwehr immer rustikaler zu, aber die Zeitstrafen, die Dessau-Roßlau berechtigter Weise dafür kassierte, konnte der HBW nicht nutzen. Ganz im Gegenteilt! Der Tabellenachbar baute in Unterzahl seinen Vorsprung immer weiter aus. „Dann ist es halt so in einem solchen Spiel. Auf einmal liegst du hinten“, war für HBW-Trainer Jens Bürkle das Spiel beim Stande von 13:17 eigentlich weg.

Zusammen mit den Fans hat sich die Mannschaft aber am eigenen Schopf wieder aus dem Sumpf gezogen. Jona Schoch erzielt den Anschlusstreffer und nach einer Parade von Marouèn Maggaiz, der zwischenzeitlich für Mrkva zwischen den Pfosten stand, verwandelte Gregor Thomann einen Tempogegenstoß zum 15:17. Auch dem 16:17 durch Christoph Foth, der in Angriff und Abwehr eine ganz starke Partie ablieferte, ging eine Parade des Tunesiers voraus. Als er auch noch einen Strafwurf unschädlich machte und Oddur Grétarsson im Gegenzug den 17:17-Ausgleich erzielte, war die „Hölle-Süd“ auf Betriebstemperatur. Vom 13:17 in der 44. Minute gelang den Gästen bis zur 59. Minute kein einziger Treffer mehr aus dem Spiel. Das 17:18 war ein Strafwurf und das 22:19 fiel erst, als das Spiel bereits entschieden war.

Quelle: HBW Balingen-Weilstetten

Foto: Moschkon

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