04.03.2018  2. Handball-Bundesliga

Sensationelle HSG Konstanz bezwingt auch EHV Aue

Die HSG Konstanz reitet im Jahr 2018 weiter auf der Erfolgswelle: Mit einer bärenstarken Vorstellung wurde auch der unmittelbare Tabellennachbar EHV Aue mit 33:27 (17:14) bezwungen, die Plätze mit den Sachsen getauscht und der Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz geschafft. Mit nunmehr 8:2 Punkten ist die HSG im neuen Jahr immer noch ungeschlagen und hat in fünf Partien nach der Spielpause genauso viele Zähler verbucht wie in 20 Begegnungen im Jahr 2017.

Kein Wunder, dass schon weit vor dem Schlusspfiff Ausnahmezustand in der „Schänzlehölle“ herrschte. Mehr als 1350 Fans hatten sich erhoben und feierten ihre Lieblinge im Stehen, sagen „Oh wie ist das schön, so was hat man lange nicht gesehen, so schön, so schön“ und veranstalteten einen Höllenlärm. „Wir haben vor dem Spiel keinen freien Platz auf der Tribüne gesehen“, freute sich Paul Kaletsch, „die Fans sind voll da. Da merken wir natürlich auch: da geht was zusammen und mit vollen Emotionen.“ Für den sechstbesten Torjäger der 2. Bundesliga war der Sieg gegen Aue allerdings auch ein Muss: „In unserer Lage war das schon ein Do-or-Die-Spiel, das mussten wir für uns entscheiden, um wieder zurück im Geschäft zu sein.“

Gelungen ist es ihnen auf beeindruckende Art und Weise. Scheinbar ohne Nerven oder hemmenden Druck legten die Gastgeber vor allem in Person des wieselflinken Spielmachers Tim Jud, der immer wieder mit höchstem Tempo durch die Deckung des EHV Aue marschierte, Fabian Schlaich und Paul Kaletsch im linken Rückraum vor. Kaletsch, so sagte er hinterher, „ballerte sich den Frust von der Seele“. Zwölf Treffer bei zwölf Versuchen lautete am Ende eines gelungenen Abends die Ausbeute des HSG-Torjägers. Prunkstück war jedoch wieder die hervorragend eingestellte und funktionierende Deckung der Konstanzer, die Torwart Konstantin Poltrum früh in das Spiel brachte – und wie! Auch der 24-Jährige war an diesem Tag wie von einem anderen Stern und vernagelte zeitweise seinen Kasten. Neben einem gehaltenen Siebenmeter brachte er es bis zum Schluss auf 21 weitere Paraden und 45 Prozent abgewehrte Würfe – eine sagenhafte Vorstellung des „Hexers“.

Links zum Spiel

Und dennoch kam Aue über den Esten Janar Mägi nach knapp sieben Minuten zur ersten Führung im Spiel (5:4). Nun war die Partie eng umkämpft, mehrmals wechselte die Führung, doch nach 20 Minuten war damit Schluss. Noch einmal traf Kevin Roch zur 12:11-Führung für seine Farben, danach war allerdings Konstanz am Drücker. Wieder Kaletsch besorgte die 16:13-Führung (27.) und ließ die Halle kochen. „Wir haben von Anfang bis Ende Gas gegeben, hatten kaum eine Schwächephase, waren in der Abwehr und im Angriff stark und hatten eine gute Stimmung im Team und auf den Rängen“, freute sich Fabian Maier-Hasselmann. „Da gibt es nichts auszusetzen. Wir haben uns nicht aus der Ruhe bringen lassen und wurden super vorbereitet.“ In einer für ein derart wichtiges Abstiegsduell spielerisch hochstehenden, schnellen und gutklassigen Partie setzte Fabian Schlaich fast noch einen direkten Freiwurf nach Ablauf der ersten 30 Minuten durch den Block hindurch – nur Robert Wetzel verhinderte dies mit einer tollen Parade.

Nach der Pause (17:14) wurde es dann nur noch einmal ganz kurz eng, als die Sachsen zum 18:19 aufschlossen (35.), doch Kaletsch, Mathias Riedel und Kapitän Schlaich stellten alsbald auf 24:20, 29:23 und dann sogar 31:24 (54.). Die Partie war da längst entschieden, die Party auf den Rängen schon längst gestartet. Für HSG-Cheftrainer Daniel Eblen bot sich nun sogar noch die Chance, seiner ganz jungen Garde Spielpraxis in der 2. Bundesliga zu gewähren. Mit Joschua Braun, Samuel Löffler und Samuel Wendel auf dem Spielfeld wurde jedoch nicht nur erfolgreich der Vorsprung verwaltet, sondern richtig gezaubert. Löffler bediente Wendel und der traf, rotzfrech, mit einem herrlichen Dreher von Linksaußen zum 33:27-Schlusspunkt.

Wie schon in den Begegnungen zuvor fügten sich im zweiten Durchgang Tom Wolf, Mathias Riedel und Maximilian Schwarz, der schon im ersten Durchgang für Felix Krüger übernommen hatte, toll ein und stellten Aue vor völlig neue Aufgaben. Konstanz konnte sich sogar den Luxus erlauben, einige freie Chancen auszulassen, weil das HSG-Abwehrbollwerk um Konstantin Poltrum weiter kaum zu bezwingen war. „Ich bin maßlos enttäuscht“, bilanzierte EV-Trainer Stephan Swat. „Von Einstellung kann ich bei uns heute nicht reden. Ich hoffe, wir sehen uns nächstes Jahr wieder in der 2. Bundesliga.“ Sein Gegenüber Daniel Eblen strahlte: „Trotz der Brisanz angesichts der Tabellenkonstellation haben wir ein faires und hochintensives Spiel erlebt, mit schneller Mitte und einem irren Hin und Her.“ Dies sei für Trainer nicht einfach, fügte er an und lobte: „Ich muss meiner Mannschaft und dem Publikum ein Kompliment machen, das war ein echtes Erlebnis, das sich das Team mit seiner Einstellung verdient hat. Danke an die Fans und die Jungs.“

Quelle: HSG Konstanz

Foto: Pisa

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