19.11.2017  2. Handball-Bundesliga

Eisenach gewinnt Kellerderby

Mit einem 29:22 (12:10) im Kellerderby über den VfL Eintracht Hagen feierte der ThSV Eisenach den ersten Heimsieg der Saison. Erstmals wurde wieder das „Rennsteiglied“ intoniert. Das Team um Kapitän Daniel Luther wurde von einer 1.450-köpfigen ihre Mannschaft leidenschaftlich unterstützenden Kulisse regelrecht getragen. Eisenachs Coach Christoph Jauernik zeigte sich vor der eigenen Anhängerschaft über die Moral der Mannschaft durchaus begeistert.

„Wir haben in ganz kritischen Situationen kühlen Kopf bewahrt“, erklärte ThSV-Kreisspieler Justin Mürköster. Wenig verheißungsvoll gestaltete sich die Anfangsphase. Der torgefährliche Linkshänder Alexander Saul wurde nach nicht einmal 4 Minuten nach einer Attacke gegen Sören Krees mit Rot vom Parkett geschickt. Eine sehr harte Entscheidung! Die daraus entstehende Überzahl nutzte der Aufsteiger, um effektiv abzuschließen. Nach einer Viertelstunde sah sich der ThSV Eisenach mit 2:7 hinten. Mal wieder eine verkorkste Startphase!  „Über eine stabile Abwehr im Zusammenspiel mit dem Torhüter haben wir jedoch zurück ins Spiel gefunden“, strahlte Eisenachs Kreisspieler Justin Mürköster. Nach guten Leistungen zum Saisonanfang standen die Eisenacher Keeper zuletzt in der Kritik. Dieses Mal wurden Jan-Steffen Redwitz und Sebastian Brand, der dieses Mal eine Chance erhielt, umjubelt. Jan-Steffen Redwitz parierte 20, Sebastian Brand bei seinen beiden Kurzeinsätzen 2 Bälle, darunter einen Siebenmeter. „Zuletzt war es für uns Torhüter schwierig, flogen uns die Bälle doch aus Nahdistanz um die Ohren. Dieses Mal setzten wir unseren Plan mit einer stabilen 6:0-Abwehr konsequent um. Da wurde es auch für den Torhüter einfach“, freute sich Jan-Steffen Redwitz. Als er im Stil eines Hexers gleich doppelt grandios parierte (37.), gab es stehende Ovationen von den Rängen. „Unsere gemeinschaftliche Abwehrarbeit sowie eine solide bis gute Angriffsleistung entschied über die Distanz für uns“, konstatierte ThSV-Coach Christoph Jauernik, der vor der Partie – wie sein gesamtes Team – gewaltig unter Druck stand.

„Die Einwechslung von Matthias Gerlich wirkte sich positiv auf das Eisenacher Angriffsspiel aus“, gestand Niels Pfannenschmidt, der Trainer des VfL Eintracht Hagen. Obwohl der Rückraum-Recke zunächst mit einem Strafwurf am guten Tobias Mahnke im Gästekasten scheiterte, wurde er in Angriff und Abwehr ein wichtiger Faktor. Nach der „Fahrkarte vom Punkt“ versenkte er 4 Strafwürfe,  schmettere aus dem Feld noch einmal die gleiche Anzahl an Bällen in die Maschen, eroberte das Leder in der Abwehr und  war an vielen ballverlagernden Aktionen beteiligt. Marcel Schliedermann brachte seine arteigenen Qualitäten ein, scheute keinen Zweikampf, marschierte immer wieder in die Nahtstellen der gegnerischen Abwehr. Routinier Duje Miljak, dem sein Trainer neben Jan-Steffen Redwitz zu den Besten zählte,  und Youngster Jonas Richardt teilten sich nach dem frühzeitigen Aus für Alexander Saul die Aufgaben im rechten Rückraum und in der Abwehr. „Jetzt hat jeder gesehen, auch der kritische, weshalb ich  in den vergangenen Spielen Jonas Richardt immer wieder Einsatzzeiten eingeräumt habe“, unterstrich Christoph Jauernik. Aus dem 2:7 (15.) wurde ein 7:7 (Adrian Wöhler, 22.) und eine 10:8-Führung (Matthias Gerlich mit verwandeltem Siebenmeter nach Regelwidrigkeit an Justin Mürköster, 26.). Eine deutlichere Pausenführung wurde verpasst, als erst Jan-Steffen Redwitz und kurz darauf Adrian Wöhler nur wenige Zentimeter aus der eigenen Hälfte fehlten, um den Ball im verwaisten gegnerischen Gehäuse unterzubringen (27./28.).

Mit ganz viel Willenskraft und Leidenschaft wurden insgesamt 9 technische Fehler weggesteckt. Willy Weyhrauch netzte von Rechtsaußen zum 15:11 ein (34.). Daniel Luther ließ dem eingewechselten ehemaligen Eisenacher Dragan Jerkovic von der Siebenmeterlinie keine Chance (40.). Adrian Wöhler stibitze sich den Ball und vollendete selbst zum 18:13 (41.). „Wir verloren die Zweikämpfe, waren nicht mehr konsequent genug im Abschluss“, monierte Gästetrainer Niels Pfannenschmidt. Als er in die Taktikkiste griff, antwortete Christoph Jauernik mit der Umstellung auf eine 5:1-Abwehr (44.). „Beim 23:19 ließen wir einen Gegenstoß aus, vielleicht hätte ves noch einmal spannend werden können“, orakelte Niels Pfannenschmidt. Wurde es aber nicht, weil Eisenachs Schlussmann Jan-Steffen Redwitz in die richtige Ecke abgetaucht war (51.). 

Mit der Einwechslung von Ibai Meoki wurde beim ThSV Eisenach die spielerische Komponente erhöht und das Torepolster aufgestockt. Ibai Meoki selbst, Adrian Wöhler und Matthias Gerlich trafen vom 26:22 (56.) zum 29:22-Endstand. Die Serie der heimschwächsten, weil bisher zuhause sieglosen Mannschaft, endete. Die Serie der auswärtsschwächten hat weiter Bestand. Der ThSV Eisenach und der VfL Eintracht Hagen, beide nun 6 Pluszähler, tauschten die Tabellenplätze, verbleiben aber auf den Abstiegsplätzen. 

Quelle: ThSV Eisenach

 

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