19.04.2019  2. Handball-Bundesliga

Aue sorgt für eine Überraschung gegen Balingen

In der Erzgebirgshalle in Lößnitz stand der HBW Balingen-Weilstetten von Anfang an auf verlorenem Posten. Der EHV Aue zeigte die erwartete aggressive Spielweise und mit Ausnahme einer kurzen Phase in der Schlussphase, als ein komfortabler Vorsprung auf 28:26 geschrumpft war, gab es nie einen Zweifel daran, wer am Ende über zwei Punkte jubeln darf. Mit einer 31:26 (17:12)-Niederlage mussten die Balinger die weite Heimreise aus dem Erzgebirge antreten, bleiben aber auf jeden Fall an der Tabellenspitze, egal wie die restlichen Spiele am Ostersamstag auch ausgehen.

Der Tabellendreizehnte wird nach dem Spiel ganz sicher sagen, dass ein solcher Sieg, mit Blick auf die Ergebnisse seit der Winterpause, einfach überfällig war und HBW-Trainer Jens Bürkle war sich im Vorfeld genau dieser Gefahr bewusst. Wie schon vor ziemlich genau einem Jahr an gleicher Stelle scheinen seine Warnungen, seine Spieler nicht erreicht zu haben. Von der ersten Sekunde an, waren die Abschlüsse im Angriff nur halbherzig und die Abwehr bekam nie Zugriff auf das Spiel. Egal welchen seiner Torhüter Jens Bürkle auch einwechselte, keiner bekam eine Hand an den Ball. Die Statistik verzeichnete den ersten gehaltenen Ball von HBW-Torhüter Tomáš Mrkva in der 23. Spielminute. Da stand es allerdings bereits 14:9 für Aue.

Den Unterschied bis dahin machte vor allem der Auer Torhüter Erik Töpfer aus, der bis dahin bereits sieben Paraden zu Buche stehen hatten. Landete dann doch mal ein Ball im Auer Gehäuse antworteten die Hausherren mit einer schnellen Mitte, die sie jeweils erfolgreich abschlossen. Balingen schaffte es nie, rechtzeitig in die Abwehr zu kommen. Außerdem nutzte Aue jeden Fehler der Balinger und das war einige, konsequent aus.

Mit 17:12 und einer Trefferquote von gerade mal 50 Prozent auf Seiten des Tabellenführers ging es in die Halbzeitpause. Trotz des deutlichen Rückstandes hatte man die Hoffnung, dass der HBW in der 2. Hälfte mit einer anderen Einstellung auf die Platte zurückkommt. Die Hoffnung war aber schnell verflogen, denn schon im ersten Angriff wurde der nächste Ball verloren und Aue erhöhte auf 18:12. Nach einem Steal und Tempogegenstoß zum 22:16, nahm Jens Bürkle bereits in der 40. Minute seine nächste Auszeit. Er versuchte es ab diesem Zeitpunkt mit dem 7. Feldspieler anstelle des Torhüters, aber seine Jungs brachten in weiterhin zur schieren Verzweiflung. Einen Wurf neben das EHV-Gehäuse beantworteten die Hausherren mit dem 23:16 und nach einem Treffer ins verwaiste Balinger Gehäuse zum 25:17 drohte dem Tabellenführer sogar ein Debakel.

Eine zusätzliche Umstellung in der Abwehr auf 5/1 mit Tim Nothdurft als vorgezogener „Indianer“ brachte Aue nach und nach aus dem Tritt. Nothdurft und Gregor Thomann verkürzten auf 25:20 und als die beiden den HBW beim Stand von 26:23 wieder in Schlagdistanz gebrachte hatten, war zehn Minuten vor dem Schlusspfiff noch alles möglich. Bei den Hausherren schwanden sichtlich die Kräfte und auch die Konzentration ließ nach. Je weiter sich das Spielende näherte, je länger spielten sie jetzt ihre Angriffe aus und versuchten so viel wie möglich Zeit von der Uhr zu nehmen und das machten sie richtig clever. Die HBW-Abwehr begann mit sich zu hadern und Aue fand immer wieder Lücken. Nach einem vergebenen Strafwurf von Gregor Thomann machten die Hausherren in der 58. Spielminute mit dem Treffer zum 30:26 endgültig den Deckel auf die Partie.

Statistiken zum Spiel

EHV Aue: Radek Musil, Vilius Rasimas, Erik Töpfer (TW); Eric Meinhardt 7/4, Sebastian Naumann 1, Kevin Roch 6, Pascal Ebert, Bengt Bornhorn, Benas Petreikis 7, Mindaugas Dumcius 4, Ladislav Brykner 5, Jan Faith, Jort Neuteboom, Petr Slachta 1, Franz Schauer;

HBW Balingen-Weilstetten: Tomas Mrkva, Vladimir Božić (TW); Rene Zobel 1, Marcel Niemeyer 3, Matthias Flohr 1, Jannik Hausmann, Gregor Thomann 8/4, Lars Friedrich, Tim Nothdurft 6, Benjamin Meschke 1, Oddur Gretarsson 1, Niklas Diebel, Juan De La Peña 3, Jona Schoch 1, Diogo Oliveira, Lukas Saueressig;

Foto: Hesse

Quelle: HBW

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