16.02.2019  2. Handball-Bundesliga

Lübbecke zittert sich zum Heimsieg über Hagen

Glücklich aber dennoch verdient für der TUS N-Lübbecke am Freitagabend zwei Punkte in der heimischen Merkur Arena ein. Der Gast des VfL Hagen opferte sich allerdings 60 Minuten lang auf und brachte den Favoriten an den Rande einer Niederlage. Letztlich setzte Marian Orlowski den entscheidenden Treffer zum 28:27 (14:14).

 

Zum Spielverlauf: Hagen hatte Anwurf, aber rasch auch den ersten Ballverlust. Aus dem Rückraum traf Lukasz Gierak für die TuS-Farben sodann zum 1:0 (2.). Auf den Mestrum-Ausgleich antwortete Peter Strosack mit dem 2:1 (6.). Zwei bis drei unnötige Fehler unterliefen dem TuS zwar, aber schon gleich in dieser Frühphase wehrte Joel Birlehm schon dreimal ab, so dass alles im ruhigen Bereich blieb. Gleichwohl legte der überraschend frech und clever agierende Gegner zum 3:4 (11.) und 4:5 (11.) vor. Äußerst temporeich gingen beide Mannschaften zur Sache. Per zweiter Welle fiel die Lübbecker 7:6-Führung durch Peter Strosack (16.).

Nach der ersten TuS-Auszeit kamen Schade, Hövels, Jaanimaa und Orlowski neu auf die Spielfläche bei den Hausherren. Unbedingt sehenswert die „Fackel“ zum 8:8, die Dener Jaanimaa gezündet hatte. Doch nach dem 9:9 waren es zunächst die Pfannenschmidt-Schützlinge, die bis auf 9:13 (nach 26 Minuten) sich in Front kämpften und spielten. Zwei Fehlwürfe, ein Fehlpass, ein Holztreffer demgegenüber bei Nettelstedt!

Aber die Ziercke-Jungs behielten Nerven und Überblick. Über 13:13 und 13:14 war es in der Schlusssekunde der ersten Hälfte Marko Bagaric, der nach Freiwurf in die Höhe stieg und zum 14:14 in den Hagener Winkel traf. Die TuS-Treffer vom 10:13 bis 13:13 sollten auch genannt sein: 10:13 (26.) Orlowski, 11:13 (27.) Speckmann ins lange Eck, 12:13 (28.) Strosack. Auch für das 13:13 hatte der Ex-Leipziger gesorgt, Sonderlob aber auch für Mo Schade, der für den Ballgewinn in der Abwehr gesorgt hatte und den Tempogegenstoß über Dener Jaanimaa und Peter Strosack einleitete.

Der zweite Durchgang war dann endgültig der in Überschrift und Vorspann bereits genannte Freitags-Krimi. Mal Ausgleich, mal der TuS um einen Treffer vorn, mal die Gäste. Es ging Schlag auf Schlag in einem Spiel voller Dramatik und Tempo – in einem Match, dass in weiten Teilen (von beiden Teams) durchaus Erstliga-Format hatte. Gewiss gab es auch noch manche Fehler – auch wieder auf beiden Seiten – im Eifer des Gefechts.

Mit dem Hagener 24:24-Ausgleich von Kress (55.) bogen die Mannschaften auf die Zielgerade ein. Es gab in der Folge einen technischen Fehler bei Lübbecke und Gaubatz erhöhte auf 24:25 (55.). Ins lange Eck trafen Peter Strosack zum 25:25 (56.), aber auch erneut Hagens Gaubatz zum 25:26 (57.). Mit scharfem Rückraum-Wurf aber der TuS-Ausgleich zum 26:26 dank Marian Orlowski (57.). Vorentscheidend die Tatai-Parade gegen Gaubatz (58.) – Peter Tatai hatte nach 55 Minuten Joel Birlehm im Kasten abgelöst.

Dener Jaanimaas 27:26 für den TuS fiel 105 Sekunden vor Schluss. 68 Sekunden vor dem Ende sahen die Zuschauer das 27:27 – es war Pröhl für die Eintracht vom Kreis. 45 Sekunden vor Feierabend zog wieder Marian Orlowski aus dem Rückraum erfolgreich ab – die TuS-Führung zum Endstand von 28:27! Bei 59:27 Minuten suchte Hagen letzte Orientierung im Time-Out. Nichts brachte das alles mehr. Der Ball nach letztem Hagen-Freiwurf (bereits bei 60:00 auf der Uhr) auf das TuS-Tor gelangte nur noch im „Schneckentempo“ vor Peter Tatais Füße, der aber sicherheitshalber den Ball noch kurz nach vorne boxte. 

Stimmen zum Spiel:

Aaron Ziercke (TuS N-Lübbecke): „Ich sehe das positiv heute Abend. Wir haben uns die beiden Punkten sehr gut erarbeitet. Auch wenn unsere Abwehr das ganze Spiel lang Probleme mit dem Hagener Angriff gehabt hat. Ich nehme da Joel Birlehm aus, der einmal mehr richtig gut gewesen ist. Hagen hat das aber auch prima gemacht: lange Auslösehandlungen, viele Kreuzbewegungen. Allerdings hat unser Gegner dann kurz vor der Pause Disziplin vermissen lassen. Wir liegen mit 9:13 zurück und Hagen hat auch noch Ballbesitz. Es war für uns ganz wichtig, dann doch mit einem Unentschieden in die Pause zu gehen. Ganz am Schluss liegen wir mit einem Treffer vorn – und der letzte Wurf des Gegners geht eben nicht rein. In der Vorrunde haben wir solche Bälle zu oft noch passieren lassen müssen.“

Niels Pfannenschmidt (VfL Eintracht Hagen): „Es
gab viele verschiedene Phasen im Spiel. Oft haben wir unsere Deckungsvarianten gewechselt, um Nettelstedt vor möglichst viele Aufgaben zu stellen. Bis zur 13:9-Führung spielen wir dann sehr diszipliniert, lassen diese aber bis zur Pause wiederrum schmerzlich vermissen. In kurzer Zeit kommt der TuS da zu leichten Tempogegenstoß-Toren. In der 2. Halbzeit spielen wir eine 7-gegen-6-Situation nicht sauber zu Ende… Am Schluss ist diese Niederlage schon bitter. Trotzdem aber nehmen wir auch viel Positives aus dieser Partie mit.“

 

TuS N-Lübbecke: Birlehm (15 Paraden), Tatai (2 Paraden); Genz (1), Walczak (2), Bechtloff (n.e.), Gierak (2), Bagaric (1), Strosack (7/1), Rakovic (n.e.), Spohn, Jaanimaa (6), Schade, Orlowski (6), Speckmann (3), Hövels.

VfL Eintracht Hagen: Mahncke (0 Paraden), Dresrüsse (8/1 Paraden); Brand (n.e.), Kress (4), Dell (1), Tubic (2), Pröhl (4), Renninger, Schmidt (4/3), König (n.e.). Waldhof, Gaubatz (4), Bornemann (2), Mestrum (4), Stefan (2), Toromanovic (n.e.).

Siebenmeter: 2/1 : 4/3 (Strosack scheitert an Dresrüsse – Gaubatz über das Tor)

Zeitstrafen: 2:6 (min.) = (Gierak (40.)) / (Waldhof (18. + 31.), Schmidt (32.))

Spielfilm: 1:0 (2.), 2:1 (6.), 2:3 (9.), 4:5 (11.), 7:6 (16.), 9:9 (20.), 9:13 (26.), 13:13 (29.), 13:14 (29.), 14:14 (30.) – 16:15 (36.), 17:17 (38.), 19:18 (42.), 21:20 (47.), 22:21 (48.), 23:22 (52.), 24:24 (54.), 24:25 (55.), 25:26 (57.), 27:26 (59.), 27:27 (59.), 28:27 (60.).

Schiedsrichter: Julian Fedtke / Niels Wienrich

Zuschauer: 1.537 in der Merkur Arena Lübbecke

Quelle: TUS N-Lübbecke

Foto: Krato

 

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