23.05.2019  DKB Handball-Bundesliga

Löwen wollen „Von Anfang an Vollgas geben“ - Göppingen sieht Außenseiterchance

Am Donnerstag treffen die Rhein-Neckar-Löwen im Baden-Württemberg-Derby auf FRISCH AUF! Göppingen. Das Team von Weltmeistertrainer Nikolaj Jacobsen will den dritten Platz verteidigen, Göppingen hingegen seine Außenseiterchance nutzen und in der SAP-Arena punkten. Dabei treten beide Teams ersatzgeschwächt an.

Vier Spiele haben die Rhein-Neckar Löwen in der aktuellen Saison 2018/19 noch vor der Brust, zwei davon daheim. Dass die letzten Heimspiele beides Derbys sind, freut Fans und Spieler gleichermaßen. Bevor es zum finalen Auftritt in der SAP Arena am Tag vor Christi Himmelfahrt (29. Mai) gegen die Eulen Ludwigshafen geht, empfangen die Badener die Schwaben von Frisch auf! Göppingen.

Worauf es am Donnerstag ankommen wird? „Wir spielen zuhause – und da gucken wir zuallererst auf uns selbst“, sagt Oliver Roggisch. Der Sportliche Leiter erwartet einen ausgeschlafenen Auftritt seiner Jungs, schließlich habe man zehn Tage ohne Spieleinsatz hinter sich. „Die Mannschaft konnte regenerieren, so dass wir topfit in diese Partie hineingehen können.“ Vor den Gästen hat er großen Respekt: „Göppingen ist eine Mannschaft, die jeden Gegner ärgern kann. Sie spielen dort eine richtig starke Saison. An uns wird es liegen, sie nicht zur Entfaltung kommen zu lassen.“

Nach den eigenen starken Liga-Aufritten in Magdeburg, zuhause gegen Bietigheim und in Melsungen ist Oli Roggisch zuversichtlich, dass seine Jungs diese Vorgabe auch erfüllen werden. „Wir wollen von Anfang an Vollgas geben“, sagt „The Rogg“ und betont, sich eine so schwache Startphase wie bei der MT am letzten Bundesliga-Spieltag nicht mehr leisten zu dürfen. Da lagen die Löwen 1:5 und 3:8 hinten und mussten schon einiges an Comeback-Qualitäten bemühen, um die Partie noch einmal zu drehen.

Probleme hatte zuletzt aber auch Frisch auf! Nach starken Wochen mit einem Auswärtssieg gegen die Füchse und Erfolgen über Erlangen und Lemgo Lippe gab es am vergangenen Donnerstag eine überraschende 22:24-Heimschlappe gegen die HSG Wetzlar. Dabei sind die Göppinger eine Mannschaft, die auf allen Positionen stark besetzt ist, in der neben starken Außen wie Marcel Schiller und einem überragenden Kreisläufer mit Kresimir Kozina auch Rückraum-Granaten wie Sebastian Heymann und Tim Kneule unterwegs sind.

Den Löwen fehlen Andreas Palicka (Oberschenkel), Alexander Petersson (Achillessehne) und Jesper Nielsen (Leiste), aus der Zweiten Mannschaft rücken dafür Can Adanir (Tor) und Lars Röller (Kreis) in den Kader. Bei der Rückschau auf Melsungen lobt Oliver Roggisch noch einmal jene Jungs, die beim Kampfspiel in Nordhessen vorneweg gegangen waren: „Einigen merkt man an, dass sie nun befreiter aufspielen. Für Steffen Fäth freut es mich vor allem, der hat ja aus allen Lagen getroffen. Patrick Groetzki hat ein tolles Spiel gemacht, genauso Mads Mensah. Auch Filip Taleski hat einen Riesenjob gemacht auf dem vorgezogenen Posten in der 5:1-Deckung.“ Es sei schön zu sehen, dass man den Kader in der ganzen Breite nutzen könne, zumal gegen Saisonende „Viele auf dem Zahnfleisch gehen“.

Dasselbe gilt für Göppingen, wo die Kräfte für den Liga-Endspurt ebenfalls noch einmal gebündelt werden. Schließlich will man unbedingt wieder in den EHF-Cup, wo man nach einem Jahr Abstinenz nun die Rekord-Gewinner-Ehre mit dem frisch gebackenen Vierfach-Champion THW Kiel teilen muss. Dabei haben sich die Schwaben nach dem Trainerwechsel im Sommer spürbar weiterentwickelt, spielen unter Neu-Coach Hartmut Mayerhoffer einen genauso disziplinierten wie attraktiven Handball. Aus einem starken Kollektiv stechen oben genannte Einzelkönner heraus. Vor allem der junge Sebastian Heymann, der jüngst in der Nationalmannschaft debütierte, gefällt durch eine immense Power auf der Königsposition – inklusive Deckungsfertigkeiten im Innenblock.

Der direkte Vergleich spricht mit 24 Siegen in 34 Duellen klar für die Löwen. Dabei liegt die letzte Niederlage (26:28 in Göppingen) noch gar nicht lange zurück (November 2017). Vor allem zuhause ist die Löwen-Dominanz beeindruckend: Das letzte Mal in der SAP Arena einen Punkt abgegeben haben die Gelben gegen die Grünen kurz vor Weihnachten 2012, damals stand es 26:26 nach 60 Minuten.

Quelle: Rhein-Neckar-Löwen

Foto: Binder

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