15.03.2018  2. Handball-Bundesliga

Daniel Mestrum: Handball-Profi und Start-Up-Unternehmer

Im Interview schätzt Hagens Daniel Mestrum nicht nur die sportliche Situation beim VfL ein, sondern spricht auch über seinen Alltag als Start-Up-Unternehmer.

Die Formkurve des VfL Eintracht Hagen zeigt spätestens seit Beginn der Rückrunde deutlich nach oben. In der Tabelle hat sich der Aufsteiger ein kleines Polster auf die Abstiegsränge erarbeitet.

Für Linksaußen Daniel Mestrum läuft es derzeit aber nicht nur sportlich. Mit seinem Start-Up-Unternehmen „md livingdesign“, das drehbare und mobile 360-Grad-TV-Halterungen in hochwertiger Designer-Optik anbietet, ist der gebürtige Kölner auf dem besten Weg sich ein zweites Standbein aufzubauen.

Im Interview schätzt der 24-Jährige dementsprechend nicht nur die sportliche Situation in Hagen ein, sondern spricht auch über seinen Alltag als Start-Up-Unternehmer.

Herr Mestrum, Sie haben sich mit dem VfL Eintracht Hagen durch einen glänzenden Start in die Rückrunde aus der Abstiegszone gekämpft. Zuletzt setzte es aber wieder zwei Dämpfer. Wie schätzen Sie die aktuelle sportliche Situation ein?

Daniel Mestrum: Grundsätzlich sind wir immer noch sehr zufrieden mit dem Start in die Rückrunde. Es war ja das komplette Gegenteil zur Hinrunde. In den letzten beiden Begegnungen hatten wir gegen Gegner, gegen die wir in der Hinrunde überhaupt nichts zu bestellen hatten, Chancen, haben dann aber verloren. Aber ich denke, das können wir ganz gut einordnen. Wir haben uns gefunden und im kommenden Spiel gegen Neuss wollen wir unbedingt wieder Punkte holen.

Was war der Grund, dass der Knoten nach sieben sieglosen Spielen in Folge zu Saisonbeginn doch noch geplatzt ist?

Mestrum: In der Mannschaft gab es eigentlich nie Probleme. Wir haben immer in Ruhe weiter trainiert und versucht, die Sachen, die uns Niels (Pfannenschmidt, Anm. d. Red.) vorgibt, umzusetzen. Das war am Ende auch ausschlaggebend, denke ich, dass wir nie den Faden verloren haben oder hektisch wurden, als es am Anfang nicht so lief.

22.02.2018 - 2. Handball-Bundesliga

Hagen-Coach Pfannenschmidt: "Der Verein hat die Ruhe bewahrt"

Hagens Trainer Niels Pfannenschmidt spricht im Interview über den sportlichen Aufwärtstrend, die Perspektive beim VfL und seine Ex-Klubs.

Sie spielen Ihre erste Saison in Hagen. Was zeichnet den Verein aus?

Mestrum: Das Umfeld ist sehr familiär, aber gleichzeitig auch sehr engagiert. An erster Stelle steht natürlich Präsident Detlef Spruth, der alles für den Verein geben würde. Aber auch alle anderen Mitarbeiter leben für den VfL.

Themawechsel: Sie haben parallel zu Ihrer Handball-Karriere ein Start-Up-Unternehmen für 360-Grad-TV-Halterungen gegründet. Wie kam es dazu?

Mestrum: Nach meinem Abitur habe ich eine Banklehre gemacht, damit ich eine kaufmännische Basis habe. Ich wollte aber auch immer studieren, habe mich dann aus meiner Leidenschaft heraus für Architektur entschieden und mein Studium an der TH Köln aufgenommen. Im ganz normalen Alltag habe ich mir dann einmal die Frage gestellt, warum man einen Fernseher in offenen Räumen nicht von überall nutzen kann. Dafür gab es meiner Meinung nach noch kein richtiges Produkt. Da kam mir die Idee zu einer mobilen und drehbaren TV-Halterung. Am nächsten Tag habe ich mich in die Uni gesetzt und erste Skizzen gezeichnet. Und am Ende stand die Vorrichtung, die ich jetzt anbiete.

Wie sah der Entstehungsprozess von der Idee bis zum fertigen Produkt aus?

Mestrum: Ich habe mich beim Obermaterial für Stahl entschieden, weil ich etwas Massives und Cleanes haben wollte. Inzwischen variieren die Beschichtungen aber je nach Produkt, inzwischen vergolden wir die Halterungen sogar. Als die Konstruktion statisch berechnet war, wurden die ersten Prototypen erstellt. Damals hat mein bester Kumpel sogar noch einige Teile auf einem Bauernhof für mich geschweißt. Danach haben wir die Konstruktion immer weiter verfeinert bis wir beim jetzigen Drehmechanismus mit Führungshülsen und einem eingeschweißten Innenrohr angekommen sind und unser Online-Shop im September online ging.

Welche Zielgruppe haben Sie für sich auserkoren? Ihre Modelle kosten im Online-Shop zwischen 299 und 3950 Euro.

Mestrum: Das Produkt ist grundsätzlich sehr interessant für die Hotellerie. In nächster Zeit werden wir ein Hotel in Frankfurt ausstatten. Natürlich wollen wir gerade über die Homepage (http://md-livingdesign.de) auch weiter private Haushalte erreichen. Aber solche Großaufträge sind verständlicherweise sehr attraktiv. Perspektivisch könnte ich mir aber auch einmal vorstellen, in Möbelhäusern vertreten zu sein.

Scheinbar gefallen Ihre Konstruktionen auch Profi-Fußballern. Die Schalke-04-Profis Breel Embolo, Amine Harit und Thilo Kehrer waren auf Instagram vor einem TV auf Ihrer Halterung zu sehen.

Mestrum: Ich habe mir natürlich die Frage gestellt, wie ich Aufmerksamkeit für mein Produkt schaffen kann. Und Fußballer haben gerade in den sozialen Medien eben eine große Reichweite. So kam der Kontakt zu dem Schalke-Trio zustande. Die drei Jungs waren auch total begeistert von den Halterungen und haben unsere gemeinsamen Fotos mit den Produkten gerne auf ihren Kanälen veröffentlicht. Jetzt steht in jeder Wohnung der drei eines meiner Produkte und für mein Unternehmen war die Zusammenarbeit natürlich eine super Anlaufhilfe.

Sogar Nationalspieler Toni Kroos zählt zu Ihren Kunden.

Mestrum: Das stimmt. Auch er fand das Produkt super, wollte gerne eine Konstruktion für sein Anwesen haben und hat ein Foto auf seinem Instagram-Account veröffentlicht. Das hat definitiv noch einmal für einen Sprung gesorgt, immerhin hat Toni Kroos mehr als 15 Millionen Follower.

Kommen Sie bei Studium, florierendem Start-Up-Unternehmen und Handball-Karriere überhaupt noch zum Schlafen?

Mestrum: Handball und mein Unternehmen nehmen mich zurzeit schon sehr in Beschlag. Ich widme „md livingdesign“ eigentlich jede freie Minute, die neben dem Handball bleibt. Fürs Studium bleibt da dann gar nicht mehr so viel Zeit (lacht). Meine Handballkarriere leidet aber nicht darunter. Das ist mir auch wichtig.

Thanks to @mdlivingdesign ????????

Ein Beitrag geteilt von Thilo Kehrer (@thilokehrer) am

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