03.03.2018  2. Handball-Bundesliga

Spannung am Samstagabend - Welches Team kann überraschen?

Coburg hat am Freitagabend gegen Essen vorgelegt. Sechs weitere Spiele um wichtige Punkte in allen Tabellenregionen stehen an. Schaffen die vermeintlichen Außenseiter Überraschungen gegen die Spitzenteams der Liga? Los geht es ab 19:00 Uhr – alle Spiele im Liveticker!

19:00 Uhr: HBW Balingen-Weilstetten – Dessau-Rosslauer HV 06

„Dessau-Roßlau ist schwer einzuschätzen, aber sie sind eine der positiven Überraschungen der Saison“, weiß Balingens Trainer Jens Bürkle um die Gefährlichkeit der Dessauer, die am Samstagabend zu Gast in der Balinger Sparkassen Arena sind. Zuletzt stotterte das Getriebe der Männer aus Sachsen-Anhalt aber ein wenig. Fünf sieglose Spiele in Serie – ein positiver Impuls muss her. Zumal es nach der letzten Niederlage gegen den Wilhelmshavener HV zu Unmut in den eigenen Reihen kam. Präsident Ralph Hirsch äußerte sich so nach der Pleite: "Wir können die Dinge auch nicht so stehen lassen. Die Fans haben das Recht auf bedingungslosen Kampf. Und der war bei uns in der zweiten Halbzeit nicht zu sehen.“ Mit ähnlichen Problemen hatten auch die Gallier von der Alb in den vergangenen Wochen zu kämpfen. Doch Trainer Bürkle scheint die richtigen Worte für seine Mannschaft gefunden zu haben.  Der Doppelspieltag brachte einen Sieg und eine knappe Niederlage. Neben dem zählbaren Aspekt bleiben für den HBW leider auch einige Verletzungssorgen hängen. Bangen muss das Team vor allem um seinen Kapitän Martin Strobel, der im Spiel gegen Dresden nach fünf Minuten einen Pferdekuss zugezogen hat. Wie die weiteren personellen Einschränkungen  in beiden Lagern aussehen, wird sich erst kurz vor dem Spiel entscheiden.

19:00 Uhr: VfL Lübeck-Schwartau – Eintracht Hildesheim

Das war ein Paukenschlag am letzten Spieltag.  Allerdings nicht nach Lübecker Geschmack. Der Aufsteiger aus Hagen knöpfte dem VfL zwei fest eingeplante Punkte ab. Und am Samstagabend wartet schon der nächste vermeintlich einfache Gegner auf die Blau-Weißen.  Wieder ein Aufsteiger: dieses Mal Eintracht Hildesheim. Die Eintracht konnte auch nicht mit einem Erfolgserlebnis aus dem Doppelspieltag gehen. Besonders die Derbypleite gegen Nordhorn war ärgerlich. Dennoch zieht Kapitän Robin John ein positives Fazit: „Die Niederlage gegen Nordhorn-Lingen war natürlich bitter, aber sie hat uns auch wieder gezeigt, dass wir gegen diese Teams auf Augenhöhe spielen können, das gibt Selbstvertrauen für die nächsten Spiele.“ Das größte Selbstvertrauen in den Reihen der Hildesheimer hat wohl immer noch Goalgetter Savvas Savvas, der mittlerweile schon 188 Tore erzielen konnte. Ihn will Lübeck mit einer erneut stark und aggressiv auftretenden Defensive in den Griff bekommen. Ein Mann wird außerdem extramotiviert in die Partie gehen. Lübecks Keeper Dennis Klockmann spielte jahrelang für die Eintracht. Ansonsten ist die personelle Situation weiterhin wie bei den meisten Mannschaften angespannt. Einige Spieler drohen mit einer Grippe auszufallen. Endgültige Entscheidungen über  deren Einsätze werden erst kurz vor Anpfiff gefällt.

19:00 Uhr: TV Emsdetten – HG Saarlouis

Langsam wird die Luft für die HG Saarlouis dünn. Kein Erfolgserlebnis in den letzten Spielen. Daraus resultiert der 18. Tabellenplatz und schon sechs Punkte Rückstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz. Am Samstagabend geht die Reise für die Saarländer zum TV Emsdetten, wo drei ehemalige HGS-Spieler zu den Stützen des Teams gehören. Daher weiß Saarlouis-Trainer Philipp Kessler genau um die Stärken des Gegners: „Wir müssen gegen die Achse Krings-Kropp, die Rückraumschützen und gegen den schnellen Dirk Holzner vor allem in der Defensive hellwach sein und vorne unsere Chancen sicher verwerten – und zwar in beiden Halbzeiten.“ Denn in den letzten Partien zeigte seine Mannschaft phasenweise guten Handball, brach jedoch in den wichtigen Phasen des Spiels ein. Auch der Gegner Emsdetten hatte in seiner letzten Partie gegen den ASV Hamm-Westfalen nicht seinen besten Tag. Umso mehr wollen sich die Hausherren vor den eigenen Fans für die Niederlage revanchieren und den guten achten Tabellenplatz, den sie derzeit mit 28:20 Punkten belegen, festigen.

19:00 Uhr: HC Rhein Vikings – HC Elbflorenz 2006

In Sachen Personal steht der 25. Spieltag unter keinem guten Stern. Auch nicht bei den Rhein Vikings, die den HC Elbflorenz im Castello empfangen. Zum Langzeitverletzten Brian Gipperich gesellen sich auch noch Christian Hoße und Miladin Kozlina, sowie Thomas Haider. Keine leichte Situation für Vikings-Trainer Ceven Klatt, dennoch will er die Probleme nicht als vorgezogene Ausrede gelten lassen: „Diese Umstände erleichtern uns die ohnehin schwierige Aufgabe natürlich nicht gerade. Dennoch werden wir improvisieren, Lösungen finden und alle dafür tun, dieses wichtige Spiel vor heimischem Publikum zu gewinnen.“ Der Blick auf die Tabelle verrät wie wichtig die Partie zwischen den beiden Aufsteigern ist. 14. gegen 15.: Drei Punkte trennen die Teams. Für Furore sorgten bislang ebenfalls beide Mannschaften. Die Rhein Vikings punkteten gegen starke Essener, Elbflorenz schnappte Lübeck einen Punkt weg. Doch auf solche Highlights folgten auch Tiefschläge wie Düsseldorfs Heimschlappe gegen Balingen. Gegen eben jenen HBW siegte der HC Elbflorenz am vergangenen Spieltag. Umso motivierter gibt sich HCE-Rechtsaußen Robin Hoffman: „Nachdem wir uns endlich mit einem Sieg belohnen konnten, wollen wir diesen Schwung mit nach Düsseldorf nehmen um bei unserem direkten Tabellennachbarn und Mitaufsteiger das Beste herauszuholen. Wir wissen, dass uns die Vikings nichts schenken werden und wir an die Leistung der vergangenen Spiele anknüpfen müssen. Eigentlich müssen wir auswärts sogar noch eine Schippe drauflegen, um die Punkte zu holen.“ Es könnte ein Spiel auf Messers Schneide werden, wenn beide Mannschaften ihr Leistungsvermögen abrufen können.

19:30 Uhr: Wilhelmshavener HV – ThSV Eisenach

Es bleibt dabei: Der ThSV Eisenach spielt in dieser Saison konstant inkonstant. Einem überraschenden Sieg gegen die Rimparer Wölfe, der für Aufwind im harten Abstiegskampf sorgte, folgte zuletzt eine bittere 20:30-Klatsche gegen einen direkten Konkurrenten, die HSG Konstanz. Es brodelt beim ThSV. Umso wichtiger wäre eine erfolgreiche Auswärtsfahrt gen Norden zum Wilhelmshavener HV. Doch große Verletzungssorgen plagen die Verantwortlichen. Als Ausrede will Eisenachs Trainer Arne Kühr die angespannte Personalsituation aber nicht gelten lassen: „Na klar, Wiedergutmachung ist unser Ziel. Unsere Leistung, auch mit dezimiertem Kader, beim Auswärtsspiel in Würzburg muss der Maßstab sein. „Wir dürfen uns von Gegentoren nicht aus der Bahn werfen lassen.“ Deutlich ruhiger geht es in Wilhelmshaven zu. Trainer Christian Köhrmann war durchaus zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft gegen das Topteam aus Hamm, dem man einen Punkt abnehmen konnte. Mittlerweile sechs Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz lassen Köhrmann entspannt in den Spieltag gehen.

20:00 Uhr: HSG Konstanz – EHV Aue

Die HSG Konstanz ist die Mannschaft der Stunde: Alle vier Punkte konnten die Männer vom Bodensee aus dem Doppelspieltag vom letzten Wochenende mitnehmen. Damit katapultierte sich die HSG auf den 17. Tabellenplatz. Nur zwei Punkte Rückstand bleiben auf den Nichtabstiegsplatz. Zwei Punkte im anstehenden Kellerduell gegen den EHV Aue wären also Gold wert. Denn der EHV belegt den ersten Platz über dem Strich, den Konstanz so gerne übernehmen möchte. Die Formkurve spricht jedenfalls für die Truppe von Trainer Daniel Eblen, der sich momentan besonders auf seine stabile Abwehr verlassen kann. In 2018 ist seine Mannschaft noch ungeschlagen, doch der 43-jährige weiß die Situation realistisch einzuschätzen: „Wir haben uns damit auch das Glück zurückerarbeitet und es funktionieren nun auch die Kleinigkeiten, die gefehlt haben. Nun müssen wir zusehen, dass dies weiter so gelingt.“ Dabei müssen seine Jungs über 60 Minuten ihre Nerven im Griff haben und eine konstante Leistung aufs Parkett bringen. Denn auch der EHV ist kämpferisch und hochmotiviert in diesem 4-Punkte-Spiel die Oberhand zu behalten.

Foto: Pisa

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