27.12.2018  DKB Handball-Bundesliga

TVB Stuttgart ringt Gummersbach nieder

Zum Jahresabschluss hat der VfL Gummersbach am 19. Spieltag der Handball-Bundesliga eine denkbar knappe Niederlage einstecken müssen. In der mit 6.200 Zuschauern ausverkauften Porsche-Arena verloren die Gummersbacher mit 30:31 (10:14) gegen den TVB 1898 Stuttgart. Nach einer schwachen ersten Halbzeit bündelten die Profis des VfL im zweiten Durchgang noch einmal alle Kräfte und sah in einer hart geführten Partie zwischenzeitlich wie die Siegermannschaft aus. Den längeren Atem hatten schlussendlich jedoch die Stuttgarter, die in der Endphase die abgezocktere Mannschaft waren.

In einer fahrigen Anfangsphase fanden zunächst die Gummersbacher besser in die Partie. Durch Tore von Pouya Norouzi und Ivan Martinovic nach eigener Balleroberung ging der VfL in der dritten Minute mit 2:0 in Führung. Danach häuften sich Passfehler und Fehlwürfe auf Seiten der Gäste, die die Stuttgarter auch trotz Unterzahl zum 2:2-Ausgleich in der siebten Minute zu nutzen wussten. Die Stuttgarter schalteten nun einen Gang höher, während die Gummersbacher insbesondere im Rückzugsverhalten Nachlässigkeiten aufwiesen. In der zehnten Minute erlitt Ivan Martinovic beim Stand von 3:4 zudem einen Schlag ins Gesicht und musste mit einer Gehirnerschütterung ausgewechselt werden.

Die Stuttgarter übernahmen in dieser Phase bereits die Kontrolle über das Spielgeschehen. Vor allem die schnellen Antritte von Dominik Weiß bekam die Hintermannschaft der Oberbergischen nicht in den Griff. Fünf der sieben Treffer des Heimteams beim Stand von 4:7 in der 16. Minute erzielte der TVB-Rückraumshooter. Vorne bissen sich die Gummersbacher dagegen die Zähne an Jogi Bitter aus. Dieser hatte nach 21 Minuten bereits neun Paraden zu verzeichnen. In der der 22. und 23. Minute gelang es Tobias Schröter erstmals den Stuttgarter Keeper von außen zu überwinden. Durch seine beiden Treffer kam der VfL auf 8:10 heran. Die Schlussminuten des ersten Durchgangs gehörten wiederum den Stuttgartern, die auf fünf Tore davonzogen, ehe Moritz Preuß den 10:14-Halbzeitstand in der 30. Minute besorgte.

Aus der Halbzeitpause kam der VfL mit neuem Elan und einer wesentlich konzentrierteren Vorstellung als vor dem Seitenwechsel. Nach dem 15. Stuttgarter Treffer durch Weiß in der 31. Minute (10:15), schlugen die Oberbergischen mit vier Toren in Folge zurück. Marvin Sommer erzielte in der 35. Minute nach langem Pass von VfL-Torhüter Matthias Puhle das 14:15. Zudem zeigten die Schiedsrichter Michael Schweikardt die rote Karte, nachdem dieser Puhle beim Siebenmeter-Wurf am Kopf getroffen hatte. Den Gummersbachern gelang es dagegen den Schwung weiter zu transportieren und die aufkeimende Verunsicherung des Gegners zu nutzen. So besorgte Sommer in der 36. Minute den 16:16-Ausgleich per Wurf ins leere Tor der Stuttgarter. Der VfL agierte nun sicherer und zielstrebiger. Auch in der Defensive wurden die Gäste aufmerksamer. Einen Passfehler der Heimmannschaft nutzte Schröter in der 39. Minute zur ersten Gummersbacher Führung seit der dritten Minute (18:17).

Nachdem Bitter in der ersten Halbzeit überragend spielte, war es nun Puhle, der der Abwehr des VfL den nötigen Rückhalt verlieh. In der 41. Minute hielt er die knappe Führung durch eine starke Parade fest, ehe Sommer die Gummersbacher Führung in Minute 44 durch zwei Treffer auf 20:17 schraubte. In einer ruppigen Partie mit zahlreichen Zeitstrafen auf beiden Seiten behielten die Gummersbacher in dieser Phase den kühleren Kopf. Drei Treffer von Florian Baumgärtner zum 23:21 in der 48. Minute waren der Startschuss in eine spannende Schlussphase der Partie. Da sich die Stuttgarter mehr und mehr von ihrer Schwächephase erholten, entwickelte sich ein offener Schlagabtausch.

Der TVB profitierte in der 50. Minute von seiner Überzahl und erzielte das 23:23. Von den heimischen Fans getragen bekamen die Stuttgarter wieder Oberwasser. In der 53. Minute waren die Gastgeber wieder mit zwei Toren in Front (24:26). Der VfL hielt weiterhin dagegen und kam dank eines guten Zusammenspiels mit den Außenspielern weiter zu seinen Möglichkeiten. In Minute 56 verwandelte Schröter von außen zum 27:28. Die Spannung erreichte seinen Höhepunkt, als Baumgärnter in der 59. Minute den 29:30-Anschlusstreffer warf. Doch auch der Gegenangriff fand seinen Weg ins Gummersbacher Tor. So sorgte Preuß in der Schlussminute mit dem 30:31 noch einmal für Spannung, konnte letztendlich aber die Niederlage nicht verhindern.

Stimmen zum Spiel

Jürgen Schweikardt (Trainer TVB): Es war ein sehr nervenaufreibendes Spiel. In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut verteidigt und dazu einen starken Jogi Bitter im Tor. Weil wir eigentlich höher hätten führen müssen, sind wir tatsächlich unzufrieden in die Kabine gegangen. Wir haben sehr viele Chancen im Tempospiel nicht genutzt und im stehenden Angriff haben wir viel zu statisch agiert. Letztlich war es Dominik Weiß individuelle Klasse, auf Grund der wir mit 14:10 in die Halbzeitpause gehen. Zunächst sind wir danach auch wieder gut gestartet, haben dann aber zu viele kleine Fehler gemacht. Dass Gummersbach dann einen 10:2-Lauf hinlegt, mit drei Toren führt und eigentlich das Spiel in die Hand nehmen kann, darf uns nicht passieren. Nach dieser Phase hatten wir zudem nicht mehr viele Wechseloptionen. Die Spieler, die dann aber auf der Platte waren, haben Moral bewiesen und letztlich haben wir das Spiel auch verdient gewonnen. Mit insgesamt 15 Punkten zum Jahreswechsel können wir sehr zufrieden sein.

Denis Bahtijarevic (Trainer VfL): Es waren zwei völlig unterschiedliche Halbzeiten. In der ersten Hälfte hatten wir viele technische Fehler und wir hatten große Probleme mit Bitter. Am Ende waren vier Tore Rückstand zur Halbzeitpause ein gutes Resultat für uns, wenn man unserer Fehler betrachtet. Ich habe der Mannschaft in der Halbzeit meiner Mannschaft gesagt, dass sie mit mehr Selbstvertrauen auftreten müssen und in der Abwehr früher auf Weiß rausgehen müssen. Wir waren in der ersten Hälfte viel zu passiv gegen ihn. Das haben wir dann viel besser gemacht und sind auch mit mehr Mut aufgetreten. Dann haben wir die Chance gehabt das Spiel in die Hand zu nehmen. Leider haben wir dann in der Abwehr zu viele individuelle Fehler gemacht. Das war am Ende aus meiner Sicht das Entscheidende am Ende.

Robert Markotić (Spieler TVB): Zuerst und vor allem möchte ich unseren Fans danken. Ich wünsche allen noch frohe Weihnachten und ein frohes neues Jahr! Es liegt eine sehr harte Hinrunde hinter uns. Wir spielen in der stärksten Liga der Welt und bis jetzt haben wir insgesamt 15 Punkte gesammelt. Meiner Meinung nach hätten wir sogar noch bis zu vier Punkte mehr mitnehmen können. Trotzdem stehen wir bisher sehr gut da. Ich wünsche mir für das nächste Jahr, dass unsere Fans uns weiterhin so gut unterstützen und wir noch einige Punkte sammeln können.

David Schmidt (Spieler TVB): Wir sind sehr froh, dass sich das Jahr nun zu Ende neigt und wir jetzt erstmal eine kleine Pause haben, da die Saison bis hierher sehr anstrengend war. Insgesamt haben wir viele gute Spiele bestritten und auch einige Big Points gesammelt. Leider haben wir aber auch gegen direkte Konkurrenten Punkte liegen lassen. Heute war es einfach nur sehr wichtig, dass wir die beiden Punkte gewinnen konnten und jetzt mit einem guten Gefühl in die WM-Pause gehen.

Quelle: VfL Gummersbach

Foto: Koerner

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