08.08.2018  DKB Handball-Bundesliga

Löwen-Neuzugang Jesper Nielsen: „Haben Mannschaft, die Titel gewinnen kann“

Jesper Nielsen ist zurück in der DKB Handball-Bundesliga! Mit dem Pressedienst der Rhein-Neckar Löwen hat sich der Schwede zum Trainingsstart ausführlich über seine neuen Teamkollegen, die „legendäre Schweden-WG“ und seinen Titelhunger unterhalten.

Jesper, Du kommst aus der Weltstadt Paris ins beschauliche Heidelberg - das ist eine beachtliche Umstellung. Wie sind Deine ersten Eindrücke? 

Jesper Nielsen: Sehr gut. Nach dem zu urteilen, was ich bisher gesehen habe, ist Heidelberg eine schöne Stadt. Der Neckar und die Berge ringsum gefallen mir, das sieht super aus. 

Nach Berlin und Paris ist das alles ein bisschen kleiner jetzt. Spielt das Unterhaltungsangebot vor Ort eine Rolle für Dich? 

Jesper Nielsen: Mittlerweile ist das nicht mehr so wichtig für mich. Ich bin ja auch schon ein bisschen älter. Außerdem komme ich ursprünglich aus einer noch viel kleineren Stadt. Was Paris angeht: Da habe ich bei Weitem nicht die ganze Stadt gesehen. 

Kommen wir zur Mannschaft: Wen kanntest Du denn schon vor Deinem Wechsel aus dem Löwen-Kader? 

Jesper Nielsen: Die Schweden, das kommt über die Nationalmannschaft. Mit Apfel (Mikael Appelgren, Anm. d. Red.) habe ich schon bei der Juniorenauswahl gespielt. Die anderen kenne ich bislang nur als Gegner (lacht). 

Apropos Apfel: Übergangsweise bist Du bei ihm in der berühmten schwedischen Löwen-WG untergekommen... 

Jesper Nielsen: Genau. Aber ich kenne auch die anderen Schweden sehr gut. Palle (Andreas Palicka, Anm. d. Red.) und ich sind beispielsweise auf dieselbe Schule gegangen, auch wenn er drei Jahre vor mir war. Jerry kenne ich auch ganz gut übers Nationalteam. 

Mit den Löwen kommst Du zu einer aktuell überaus erfolgreichen Mannschaft, Du selbst hast Dich in den vergangenen Jahren ebenfalls sehr gut entwickelt. Jesper Nielsen und die Löwen, das passt also... 

Jesper Nielsen: Ja. Ich hoffe, dass wir wieder um die Meisterschaft mitspielen. Schließlich komme ich zur besten Mannschaft in Deutschland und würde sehr gerne die Bundesliga gewinnen. Den Pokal habe ich glücklicherweise schon einmal mit Berlin geholt. Der Meistertitel aber fehlt mir noch. 

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Ich persönlich möchte meinen Teil dazu beitragen und mich dann, wenn ich spiele, voll einbringen. Und was ich sehe, haben wir hier definitiv eine Mannschaft, die Titel gewinnen kann. 

Dein Vorgänger bei den Löwen Hendrik Pekeler hat nach eigenem Bekunden sehr vom Zusammenspiel mit Andy Schmid profitiert. War das auch ein Gedanke von Dir vor dem Wechsel hierher, dass Dir das Spiel mit Andy guttun kann? 

Jesper Nielsen: Klar. Ich habe mir in der vergangenen Saison viele Spiele von den Rhein-Neckar Löwen angeschaut. Da sieht man natürlich sehr deutlich, wie gut Andy mit dem Kreis zusammenspielt. Ich denke, dass wir beide das auch sehr gut hinbekommen. In Paris hatten wir ebenfalls viele Spieler, die das Kreisspiel perfekt beherrscht haben. Ich hoffe und vertraue darauf, dass Andy und ich das ähnlich meistern. 

Mit Berlin hast Du sicher schon einmal in der SAP Arena gespielt... 

Jesper Nielsen: Ja, mehrmals, und immer verloren... 

Es wird also Zeit, dass Du jetzt mit den Fans feiern kannst... 

Jesper Nielsen: Ja, das hoffe ich doch sehr. 

Ist das für Dich als Spieler wichtig, die Unterstützung von den Rängen zu spüren? 

Jesper Nielsen: Klar. Das ist vielleicht sogar der wichtigste Punkt aus meiner Sicht, der die französische von der deutschen Liga unterscheidet. Hier ist die Stimmung deutlich besser, und das bei fast jedem Spiel und in allen Hallen. Wenn du zuhause spielst, brauchst du die Unterstützung von den Fans. Ich freue mich sehr auf die SAP Arena und vor einem vollen Haus zu spielen. 

Viele sagen, die Bundesliga sei die anstrengendste Liga, etliche Spieler wechseln auch deswegen ins Ausland. Spielt das Thema Belastung bei Dir keine so große Rolle? 

Jesper Nielsen: Bei Berlin habe ich damals keine Champions League gespielt und ich denke, dass es dann auch mit der Belastung geht. Mit Champions League und teilweise drei Spielen pro Woche wird es hart, zumal die Bundesliga sehr ausgeglichen und stark ist, du nie mit weniger als 100 Prozent spielen kannst. In Frankreich war das nicht ganz so, wobei es da in der Spitze auch viele sehr gute Mannschaften gibt. 

Suchst du also mit der Bundesliga gezielt die Herausforderung? 

Jesper Nielsen: Ehrlich gesagt mache ich mir über die Belastung nicht so viele Gedanken. Ich habe Deutschland ganz einfach vermisst. Zudem war die Situation in Paris für mich nicht ideal. Als dann die Möglichkeit kam, hierher zu kommen, habe ich nicht lange überlegen müssen. 

Vielen Dank für das Gespräch!

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