07.04.2019  REWE Final Four

REWE Final Four - Beeindruckender THW Kiel feiert elften Pokalsieg

Der THW Kiel ist DHB-Pokalsieger 2019. Nach einer ausgeglichenen und umkämpften ersten Halbzeit gab es im zweiten Spielabschnitt nur noch einen Taktgeber. Mit einem unnachahmlichen 10:1-Lauf entschied der Rekordmeister das Traumfinale. Magdeburg gab nicht auf, doch für ein Comeback war es zu spät.

Link zum Spiel

SC Magdeburg - THW Kiel 24:28 (13:14)

Das Traumfinale zwischen dem SC Magdeburg und dem THW Kiel bot alles, was sich das Handballherz wünscht. Bereits vor dem Anpfiff sorgten die 13.200 Zuschauer in der Barclaycard Arena zu Hamburg für absolute Extase. Jedem Spieler war schon beim Aufwärmen die Bedeutung des Spiels ins Gesicht geschrieben. Es sollte in Hälfte eins das erwartete Duell auf Augenhöhe werden, dann drehte Kiel auf.

Nach 29 Sekunden eröffnete Kiels Harald Reinkind den Torreigen. Der THW war hellwach und sofort in der Partie. Landin hielt gegen Musa sowie den ersten Siebenmeter von "Matze" Musche, vorne stellte Bylik auf 0:2. Dann aber fand auch der SC Magdeburg in die Partie. Erster Torschütze der Magdeburger, nicht wirklich überraschend, die Nummer 34 Michael Damgaard. Es entwickelte sich eine ausgeglichene Begegnung. Beide Teams hatten ihre stärkeren und schwächeren Phasen in Spielabschnitt eins. Während der THW in der ersten Viertelstunde dominanter war und stets in Führung ging, drehte anschließend das Team von Trainer Bennet Wiegert auf. Mit drei verwandelten Gegenstößen in Folge brachte sich der SCM beim zwischenzeitlichen 9:7 (17.) erstmals in Front. Kiels Trainer Alfred Gislason war zur Auszeit gezwungen. Zunächst sollte das Momentum aber auf der Seite Magdeburgs bleiben. Jannick Green vernagelte seinen Kasten, in der Offensive wurde Damgaard immer gefährlicher. Dachte man beim 13:10 (25.) an eine Halbzeitführung für den SCM, sah man sich anschließend getäuscht. Die verbleibenden Minuten der ersten Hälfte gehörten wieder dem THW. Mit einem eindrucksvollen 4:0-Lauf waren die Gislason-Schützlinge plötzlich wieder vorn. 13:14 lautete der Zwischenstand nach umkämpften und intensiven ersten 30 Minuten.

Der muntere Führungswechsel fand zu Beginn der zweiten Halbezit seine Fortsetzung. Halbfinal-Rekordmann Damgaard brachte seine Farben mit einem Doppelschlag wieder in Front. Das aber sollte die letzte Führung des SCM sein. Denn zwischen Minute 35 und 45 bekamen die Zuschauer in der Barclaycard Arena die spielentscheidende Phase zu sehen. Bereits beim zwischenzeitlichen 15:18 (38.) hatte Magdeburg-Coach Bennet Wiegert Redebedarf. Besonders die Offensive der Magdeburger tat sich schwer. Gegen die aggressive Deckung der Kieler boten sich kaum noch erfolgsversprechende Wurfchancen. Anders der THW. Im Angriff lief der Motor des Rekordmeister nun richtig heiß. Mittels druckvollem und beweglichem Spiel rissen die Kieler immer wieder Lücken in die SCM-Defensive. Spätestens nach 45 Minuten rieb man sich die Augen, stand auf dem Videowürfel doch tatsächlich ein 16:24-Zwischenstand - ein unglaublicher 10:1-Lauf des Rekordmeisters. Wieder war Wiegert zur Auszeit gezwungen. Eine Viertelstunde vor Ende des Finals sprach alles für den THW. Obwohl der Vortag gezeigt hatte, dass man bloß keine Mannschaft frühzeitig abschreiben sollte, fand der SCM nicht mehr zurück in die Partie. Vor allem Niklas Landin entschärfte ein ums andere Mal die Versuche der Magdeburger. Bezeichnend: Tormaschine Matthias Musche verließ sechs Minuten vor Spielende mit gesenktem Kopf die Platte. Es gab keine Zweifel mehr daran, dass der THW den elften Pokalsieg ins Ziel bringt. Trainer-Urgestein Alfred Gislason hat sein Geschenk erhalten.

SC Magdeburg: Damgaard (6), Musche (4/1), Pettersson (3/2), Musa (2), Mertens (2), Lagergren (2), Weber (2), Chrapkowski (1), O'Sullivan (1), Bezjak (1)

THW Kiel: Reinkind (6), Pekeler (5), Ekberg (4/1), Dahmke (3), Duvnjak (3), Bilyk (3), Nilsson (1), Zarabec (1), Wiencek (1), Landin Jacobsen (1)

Foto: Klahn

Socialstream

Fanshop