05.04.2017  REWE Final Four

Powerranking - Wer schnappt sich den DHB-Pokal 2017?

Beim REWE Final Four kämpfen die Rhein-Neckar Löwen, die SG Flensburg-Handewitt, der THW Kiel und der SC DHfK Leipzig um den Sieg im DHB-Pokal. Wir haben im Vorfeld die Teams einem Powerranking unterzogen. Wer die meisten Chancen auf den Pokalsieg hat?

Der Neuling - SC DHfK Leipzig

Aktuelle Form

Im zweiten Jahr in der DKB Handball-Bundesliga steht der SC DHfK Leipzig nach 25 Spieltagen auf Rang Sechs der Tabelle und hat sich eindrucksvoll für die Europaplätze in Stellung gebracht. Mit Leipzig ist zu rechnen, in jedem Spiel. Das bewies das Team von Neu-Bundestrainer Christian Prokop erst am vergangenen Wochenende, als der SC DHfK im Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen lange Zeit die bessere Mannschaft war und erst in den Schlusssekunden verlor. Auch wenn die Grün-Weißen keine Punkte mitgenommen haben, die Form und das Selbstvertrauen stimmen.

Kadersituation

Christian Prokop kann beim REWE Final Four auf einen fast kompletten Kader zurückgreifen. Einzig der Einsatz des etatmäßigen Stammtorhüters Milos Putera ist weiterhin fraglich. Putera zog sich beim letzten Heimspiel gegen Erlangen eine Knochenprellung mit Einblutung im Knie zu und fiel für das Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen aus. Ob der Torwart bis zum Wochenende wieder fit wird, steht noch nicht fest. Große Sorgen müssten sich die Leipziger aber auch ohne Putera nicht machen, denn dessen Ersatz Jens Vortmann glänzte im Spiel gegen die Löwen mit einer absoluten Topleistung.

Fazit

Klar, der SC DHfK Leipzig geht hinter den "Big Three" der DKB Handball-Bundesliga als Außenseiter ins REWE Final Four. Unterschätzen darf man den Neuling allerdings keineswegs! An guten Tagen können Niclas Pieczkowski und Co. jede Mannschaft in Verlegenheit bringen - auch ein Team der großen Drei.

Der Rekordsieger - THW Kiel

Aktuelle Form

Es gibt wohl wenig Komplizierteres zu beschreiben, als die Form des THW Kiel. An starken Tagen gehören die Zebras auch in diesem Jahr zu den absoluten Top-Teams in Europa. An schwachen Tagen muss sich der Rekordpokalsieger allerdings selbst gegen Teams im Tabellenkeller mächtig strecken. Innerhalb weniger Tage können die Leistungen der Zebras zwischen Weltklasse und grauem Durchschnitt schwanken, so wie in der vergangenen Woche. Erst gewann Kiel bei den Rhein-Neckar Löwen und zog in das Viertelfinale der EHF Champions League ein, dann allerdings mühte sich das Team von Alfred Gislason zum Sieg gegen den vom Abstieg bedrohten TVB Stuttgart.

Kadersituation

Domagoj Duvnjak, Steffen Weinhold und Christian Zeitz zählen trotz ihres fortgeschrittenen Alters zu den absoluten Top-Leuten auf ihren Positionen. Gepaart mit den "jungen Wilden" um Rune Dahmke, Raul Santos, Nikola Bilyk und Lukas Nilsson ist das Kieler Teamgefüge wohl eines der interessantesten in ganz Europa. Allerdings stehen hinter den Stützen Duvnjak, Weinhold, Zeitz und auch Rene Toft Hansen seit Wochen Fragezeichen. Die Einsätze der Stars werden oft erst Minuten vor Spielbeginn entschieden. Dass sich die jungen Spieler ohne ihre Leitwölfe schwer tun, war im Spiel gegen Stuttgart zu sehen.

Fazit

Insgesamt steht die Saison der Kieler im Zeichen des Umbruchs. Eine titellose Saison wäre zwar keine Katastrophe, doch noch hat der THW in allen drei Wettbewerben seine Eisen im Feuer. Die erste Chance auf ein Titel hat die Kieler Wundertüte am Wochenende beim REWE Final Four. Dann allerdings benötigen die Zebras ein Wochenende in Top-Verfassung und die ist wohl nur mit Duvnjak, Zeitz, Weinhold und Toft Hansen zu erreichen.

Der Deutsche Meister - Rhein-Neckar Löwen

Form

Die Rhein-Neckar Löwen spielen nach der ersten Meisterschaft der Vereinsgeschichte im vergangenen Jahr auch in dieser Saison erneut um den Titel mit. Damit war nach dem Abgang von Bjarte Myrhol und Uwe Gensheimer nicht unbedingt zu rechnen. Doch die Mannschaft um Liga-MVP Andy Schmid befindet sich auf dem dritten Tabellenplatz der DKB Handball-Bundesliga und hat noch alle Trümpfe in der Hand. Für zusätzliche Motivation dürfte auch das vermeidbare Ausscheiden in der Champions League gegen den THW Kiel sorgen. Die Löwen werden nicht noch eine Titelchance ungenutzt lassen wollen und mit mächtig Wut im Bauch anreisen. Geärgert haben sich die Mannheimer auch über ihre Liga-Leistung gegen Leipzig. Hier lieferten die Mannnheimer lange Zeit eine eher dürftige Leistung ab, am Ende reichte es dann da aber doch noch zu zwei Punkten. Um im Pokal-Halbfinale jedoch die SG Flensburg-Handewitt zu schlagen, wird eine deutliche Leistungssteigerung notwendig sein.

Kader

Patrick Groetzki, der im Spiel gegen Leipzig von Trainer Nicolaj Jacobsen geschont wurde, ist für das REWE Final Four wieder voll einsatzfähig. Dafür müssen die Rhein-Neckar Löwen mehrere Wochen auf Andreas Palicka verzichten. Der schwedische Nationaltorhüter zog sich bei der Niederlage im Achtelfinale der EHF Champions League gegen den THW Kiel einen Muskelfaserriss im Oberschenkel zu. Damit fehlt Palicka dem Deutschen Meister nicht nur in den kommenden Bundesligaspielen, sondern auch beim REWE Final Four am 8. und 9. April in Hamburg. „Wir rechnen mit einer Ausfallzeit von vier bis fünf Wochen“, so Oliver Roggisch, Sportlicher Leiter der Löwen.

Fazit

Die Rhein-Neckar Löwen zählen natürlich trotz der kleinen Leistungsdelle der letzten Woche zu den Titelkandidaten! Der Meister will sein Final Four-Trauma in diesem Jahr unbedingt bewältigen. Der Gewinner des Halbfinals zwischen den Löwen und Flensburg wird wohl auch als Favorit in das Finale um den DHB-Pokal am Sonntag gehen.

Der Tabellenführer - SG Flensburg-Handewitt

Form

Würde man bei Google nach einem Synonym für absolute Top-Form suchen, würde vermutlich die SG Flensburg-Handewitt als erster Treffer erscheinen. Seit 14 Ligaspielen ist die Mannschaft von Trainer Ljubomir Vranjes ungeschlagen. Die letzte Niederlage in der DKB Handball-Bundesliga datiert zurück bis zum 13.November 2016. Damals verlor Flensburg ausgerechnet beim Nordrivalen, dem THW Kiel mit 23:24. Seitdem marschiert die SG allerdings durch die Liga. 44:4 Punkte nach 24 Spielen - die Flensburger stehen absolut verdient auf dem ersten Tabellenplatz der DKB Handball-Bundesliga. Die erste Meisterschaft seit 2004 scheint in diesem Jahr machbarer denn je.

Kader

Ljubomir Vranjes hat ein Luxusproblem. Der Kader der SG Flensburg-Handewitt zählt zu den ausgeglichensten in ganz Europa. Nach einer leichten Gehirnerschütterung gab Kapitän und Abwehrchef Tobias Karlsson in der Champions League gegen Brest sein Comeback. Und auch Johan Jakobsson, der im Vorfeld "definitiv" auszufallen schien, bestritt beim Viertelfinaleinzug sein erstes Spiel im Jahr 2017 und glänzte mit drei Treffern. So wird Vranjes beim REWE Final Four lediglich Ivan Horvat nicht zur Verfügung stehen.

Fazit

Nicht nur in der DKB Handball-Bundesliga, auch im REWE Final Four gilt die SG Flensburg-Handewitt als Favorit. Die Mannschaft steht voll im Saft und ist aktuell kaum zu stoppen. Nach 2003, 2004, 2005 und 2015 stehen die Chancen gut, in diesem Jahr den fünften Pokalsieg folgen zu lassen! Doch vorsicht ist geboten, bei der Pokal-Endrunde hat es schon so manchen vermeintlichen Favoriten erwischt.

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